AKTIE UNTER DER LUPE
Analysten sehen Vorstoß von UPM positiv

Durch die Übernahme der Haindl?schen Papierfabriken wird der finnische Papierkonzern UPM-Kymmene zum größten Produzenten von Zeitungspapier. Für Analysten kam der Kauf nicht überraschend. Sie erwarten umfangreiche Synergien durch den Zusammenschluss.

DÜSSELDORF. Der Vorstoß des finnischen Unternehmens UPM-Kymmene überraschte die Analysten kaum. Der zweitgrößte Papierkonzern in Europa und weltweit die Nummer eins bei der Herstellung von Magazin-Papier befand sich bereits auf Expansionskurs. Allerdings hatte es UPM Kymmene im vergangenen Jahr nicht geschafft, den US-Papierkonzerns Champion International zu übernehmen. Der ebenfalls amerikanische Konkurrent International Paper kam zum Zug. Rund 3,6 Mrd. Euro zahlt UPM für die deutsche Haindl-Gruppe, den weltweit größten Produzenten von altpapierhaltigem Zeitungsdruckpapier.

Die Übernahme, der noch die Kartellbehörden zustimmen müssen, ließ den Aktienkurs leicht steigen. Die UPM-Notierung hatte bereits innerhalb der vergangenen beiden Monate von 27,50 Euro auf knapp 38 Euro zugelegt.

"Der Kauf ist positiv für die Industrie und positiv für UPM-Kymmene im Besonderen", sagte Torbjorn Thuvesson, Analyst bei Carnegie in Stockholm. Haindl gelte als Produzent von Spitzenqualität mit hohen Gewinnspannen. "Der Preis ist auch in Ordnung. Der Preis pro Tonne liegt unter denen vieler Übernahmen in der jüngsten Vergangenheit", fügte er hinzu.

UPM zahlte einen Preis von 1 300 Dollar pro Tonne Kapazität. Er lag damit unter dem Durchschnitt von 1 500 Dollar bei den jüngsten Übernahmen.

Analysten erwarten große Sparmöglichkeiten

Durch den Erwerb will UPM seine Stellung als weltweit führender Hersteller von Zeitschriften-Papier stärken. Die Kombination beider Unternehmen werde großen Synergien führen, die ab 2003 voll zum Tragen kommen sollten. Die Einsparungen wurden auf jährlich 70 Mill. Euro beziffert.

Diese Einschätzung teilt auch Denis Christie, Analyst bei UBS Warburg in London. "Mich würde es nicht wundern, wenn UPM diese Synergien voll ausschöpfte", sagte er. Die Übernahme von Haindl passe gut zur Unternehmensstrategie der Finnen.

Die Papierkonzerne streben momentan eher nach Zukäufen, um ihre Marktanteile zu erhöhen, als eigene neue Fabriken zu bauen. Neue Fertigungsstätten würden die gesamte Produktion auf dem Markt erhöhen und damit zu einem Preisverfall führen.

Für Juha Niemelä, Chef von UPM-Kymmene, ergänzen sich beide Unternehmen sowohl in ihrer geographischen Lage als in der Produktpalette.

Etwas kritischer sieht Christian Georges, Analyst bei Credit Lyonnais in London, das Milliardengeschäft. Man dürfe sich von dem Preis, den UPM für Haindl bezahle, nicht täuschen lassen. "Im weiteren Verlauf des Jahres sind keine allzu hohen Gewinn für die Papierkonzerne zu erwarten", sagt Georges.

Aktienkurs von UPM stieg in letzter Zeit stark

Zudem sei der Aktienkurs in der letzten Zeit schon stark angestiegen, und es sei zu bezweifeln, dass es in diesem Tempo weitergehe. Haindl sei zwar die erfolgreichste deutsche Papierfabrik, sie müsse in naher Zukunft aber erst unter Beweis stellen, ob der Kaufpreis gerechtfertigt sei, ergänzte Georges.

Durch die Übernahme wird UPM die finnisch-schwedische Stora Enso vom weltweit ersten Platz der Produzenten von Zeitungsdruckpapieren verdrängen. Insgesamt besitzt UPM nun Produktionskapazitäten von 11,6 Mill. Tonnen pro Jahr.

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