Aktie unter der Lupe: Anleger entdecken Beta Systems neu

Aktie unter der Lupe
Anleger entdecken Beta Systems neu

Mehr als verdoppelt hat sich der Kurs des Berliner Software-Hauses Beta Systems innerhalb eines Jahres. Der Grund: Nach vier verlustreichen Jahren schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Neue Kursphantasie birgt ein Zukauf im Bereich Sicherheitslösungen in der letzten Woche.

FRANKFURT/M. Um den gegenwärtigen Höhenflug der Aktie von Beta Systems zu verstehen, bedarf es auch eines Blicks in die nicht allzu ferne Vergangenheit. Wert Nummer 5 am Neuen Markt waren die Papiere des Berliner Software- Spezialisten einst bei der Emission am 30. Juni 1997. Im Gegensatz zu vielen anderen, die anschließend in astronomische Höhen katapultiert wurden, galten die Papiere von Beta Systems immer als äußerst spekulativ. Schließlich wurden im Jahr des Börsengangs auch zum letzten Mal schwarze Zahlen geschrieben. Bis zum abgelaufenen Jahr. Für das gibt es zwar erst am 20. März ein endgültiges Ergebnis. Die Experten des Hamburger Analysehauses SES Research sowie das Unternehmen selbst erwarten ein positives Vorsteuerergebnis. Wie im Vorjahr soll der Umsatz auch 2002 bei 45 Mill. Euro liegen, hieß es vorab.

Kosteneinsparungen und Effizienzverbesserungen im operativen Geschäft haben dazu geführt, dass auch die Anleger bereits reagiert haben. Aber auch etliche neue Lizenzvereinbarungen vor allem im Banken- und Versicherungssektor führten dazu, dass die Aktie innerhalb eines Jahres von einem Niveau um drei Euro auf derzeit knapp sieben Euro anstieg. Produkte zum Verwalten von Massendaten, wie sie Beta Systems anbietet, sind auch in konjunkturell schwache Zeiten gefragt. Da ist sicherlich für denjenigen, der die Aktie 1997 für 100 DM gezeichnet hat, ein schwacher Trost. Wer das lange abgeschriebene Papier aber im vergangenen Jahr wieder entdeckt hat, kann sich über ein sattes Plus freuen. Selbst in den letzten sechs Wochen, in denen Aktionäre wahrlich nicht verwöhnt wurden, schaffte der Titel ein Plus von über 20 %.

Zwei Gründe sind es, weshalb die die Experten von SES Research die Aktie derzeit als "Outperformer" (überdurchschnittlich) einstufen: Zum einen erzielt Beta Systems einen großen Teil seiner Einnahmen durch relativ sichere Wartungsverträge. Zum anderen verfügt die Gesellschaft im Moment über liquide Mittel von 5,30 Euro je Aktie. Den fairen Wert der Aktie sehen die SES-Experten deshalb bei zehn Euro. Sie gehen davon aus, dass Beta Systems auch 2003 den Weg in Richtung Profitabilität fortsetzen wird, auch wenn im traditionell schwachen ersten Quartal noch einmal ein Verlust drohen kann.

Für Optimismus sorgt zudem der vergangene Woche bekannt gegebene Zukauf von Systor Security Solutions, einer Tochter der insolventen Züricher Systor AG. Produkte, Kunden und Serviceverträge des im Bereich Sicherheitslösungen tätigen Unternehmens gehen für 1 Mill. Euro an Beta Systems. Etwa die gleiche Summe dürfte an Integrationskosten fällig sein. Für die Akquisition spricht, dass sie das Produktportfolio abrundet und Neukunden im Ausland erschließt. Zudem dürfte gegen den Kaufpreis kaum etwas einzuwenden sein, zumal die neue Tochter in diesem Jahr 10 Mill. Euro zum Gesamtumsatz beitragen soll. Ein Manko weist die Aktie aber auf: Der Einzug in die neuen Auswahlindizes der Deutschen Börse dürfte ihr noch lange verwehrt bleiben. Zwar ist das Unternehmen im Prime Standard gelistet, rangiert im Bereich Marktkapitalisierung derzeit auf Platz 69, beim den Börsenumsatz nur auf Rang 96.

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