Aktie unter der Lupe
Automobilzulieferer HTP verspielt Vertrauen

Der 11.11. war für HTP High Tech Plastics wahrlich kein Tag zum Feiern. Zu drastisch war die Gewinnwarnung, die den Aktienkurs des österreichischen Zulieferers für die Automobil- und Elektroindustrie um 25 % nach unten zog.

scc FRANKFURT/M. Zwar soll der Umsatz gegenüber 2001 um rund 11 % steigen, dabei rutscht das Unternehmen aber voraussichtlich in die Verlustzone. Grund sind Projektverschiebungen bei Kunden. Beispielsweise läuft die Produktion des VW Tuareg oder des Porsche Cayenne, für die HTP jeweils rund 50 Bauteilen zuliefert, später an als ursprünglich erwartet.

Inzwischen hat sich der Kurs des Smax-Unternehmens von seinen Tiefständen leicht erholt. Der erste Schock scheint also verdaut. Trotzdem sind die Analysten weiter skeptisch, was die kurzfristigen Zukunftsaussichten der Aktie betrifft. "Untergewichten" heißt es beispielsweise bei der Bayerischen Landesbank und Independent Research. Zwar rechneten die Experten beider Häuser bereits im Vorfeld damit, dass die bisherigen Jahresprognosen nicht erfüllt werden. Dass HTP jedoch aller Voraussicht nach rote Zahlen schreibt, überraschte die Analysten dann doch.

Für das HTP-Management hat deshalb oberste Priorität, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen. Im kommenden Jahr soll der Umsatz um erneut 11 % gesteigert werden, allerdings bei einer Ebit-Marge von 4 bis 6 %. Grund für den Optimismus ist der hohe Auftragsbestand. "Von den angepeilten 82 Mill. Euro Umsatz sind 78 Mill. Euro fix", sagt Vorstandschef Siegwald Töfferl. Insgesamt stehen für die kommenden fünf Jahre Orders über rund 300 Mill. Euro in seinen Büchern.

Vor allem der größte Geschäftsbereich Präzisionsspritzguss (Umsatzanteil 56 %) soll weiter wachsen. Neben den genannten Modellen VW Tuareg und Porsche Cayenne nähren die hohen Verkaufszahlen der Mercedes E-Klasse und des BMW Mini Hoffnung. Manfred Bucher von der Bayerischen Landesbank sieht in seiner Studie im Automobilmarkt hohes Potenzial. Generell sei es für HTP positiv, dass der Kunststoff-Anteil im Automobilbau kontinuierlich zunimmt. HTP produziert nicht nur, sondern stellt die Produktionsanlagen selbst her.

Besserung scheint mittelfristig auch im Bereich Insert Technolgy in Sicht. Hier stellt HTP Mikrokomponenten für CD und DVD-Player, aber auch für Bremssysteme und Xenon-Leuchten her. Hauptkunde ist Philips, aber auch Epcos und Bosch stehen in der Kundenkartei. Da Philips im ersten Halbjahr auf andere Lieferanten setzte, brach der Umsatz ein. Inzwischen sind die Niederländer aber zu HTP-Produkten zurückgekehrt.

Weitere Kursphantasie bergen die Zukunftspläne des Unternehmens. HTP will sowohl geographisch als auch innerhalb seiner Projekte expandieren. Vor allem der chinesische Markt scheint attraktiv, da sich dort bereits VW, BMW und Daimler Chrysler angesiedelt haben oder dies tun wollen. Außerdem will HTP in neue Projektbereiche wie die Medizintechnik vordringen.

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