Aktie unter der Lupe
Axa macht Anlegern Hoffnung

Die global tätigen Versicherungskonzerne stehen unter Ertragsdruck. Noch ist das Katastrophenjahr 2001 nicht verarbeitet und der langjährige Strukturwandel der Branche nicht verdaut. Die französische Axa S.A., größter Versicherer des Landes und Nummer zwei in Europa, könnte sich aber schneller als andere erholen und damit auch Anlegern eine Perspektive bieten - wenn sich Axa im Heimatmarkt nicht selbst ein Bein stellt.

PARIS. Denn im ersten Quartal fiel den Analysten die Schwierigkeiten des Konzerns bei Lebensversicherungen in Frankreich auf - der tragenden Säule des Konzerngeschäfts. "Die Ergebnisse sind gemischt", meint der Analyst Pierre Boucaille bei der Privatbank Fideuram Wargny. Doch alarmiert hat ihn das nicht. Auch Axa-Gründer Claude Bébéar, der den Vorstandsvorsitz vor zwei Jahren an Henri de Castries abgegeben hat, hält die Flaute in Axas Kerngeschäft daheim nicht für einen Hinweis auf kommende Ertragsprobleme. "Die ersten drei Monate im Jahr sind in diesem Geschäft nicht aussagekräftig", sagte Bébéar der Zeitung "La Tribune". Das zweite Quartal werde schon besser ausfallen. "Wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen", bekräftigt er.

Das Axa-Management hält an seiner Prognose fest, das operative Konzernergebnis in laufenden Jahr um ein Fünftel zu steigern. Die Versicherungsanalysten bei Dexia Securities halten die Prognose für realistisch und haben daher eine Kaufempfehlung mit Kursziel 31 Euro für die Aktie ausgesprochen, die sie für unterbewertet halten.

Bei seinen Bemühungen, die Ertragslage wieder aufzubessern, hilft es Axa, dass sie die Belastungen des Vorjahres mit schnellen Entscheidungen unter Kontrolle gebracht hat. Bei der von den Attentaten vom 11. September betroffenen Schadenversicherungssparte wurde schon im Oktober ein Sparprogramm mit 150 Mill. Euro Volumen aufgelegt.

Das führt bei Axa zu einer neuen Portfoliogewichtung, wie die Versicherungsanalysten bei JP Morgan in einer Studie bemerken. "Die Gruppe hat ihre Geschäfte außerhalb der Lebensversicherung aktiviert, die bisher die Ertragslage eher belastet haben, jetzt aber zum Motor der Erholung werden." Die Schadensversicherung trägt knapp ein Drittel zu Axas Prämienaufkommen bei.

Risiken bei Rückversicherungsdienstleistungen

Für die JP-Morgan-Analysten ist die Axa-Aktie ein guter Weg, von der möglichen Erholung des Marktes in diesem oder im nächsten Jahr zu profitieren - mit relativ geringen Risiken. Die Aktie hat seit Jahresbeginn knapp 4 % an Wert verloren. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 40 Mrd. Euro und einem Streubesitzanteil von etwa zwei Dritteln ist das Papier zudem für Privatanleger liquide genug.

Dennoch gibt es Risiken: Axas Sorgenkind sind die kleinen, aber sehr exponierten Rückversicherungsdienstleistungen der Gruppe. Bébéar unterstrich die Absicht des Konzerns, sich aus dem Metier zurück zu ziehen. "Im Moment haben wir in diesem Geschäft noch einiges Kapital stecken. Wenn die Marktlage es erlaubt, können wir Partner dafür suchen", sagt er. In den Feldern Lebensversicherung und Vermögensverwaltung will Axa dagegen zukaufen, wenn sich Chancen bieten. Allerdings wird Axa erst Ende diesen Jahres die Restrukturierungsarbeiten abgeschlossen haben, die nach den Übernahmen und der letzten zehn Jahre erforderlich wurden.

Gleich mehrere Banken verkaufen heute Axa-Policen - nur mit Crédit Lyonnais kamen Bébéar und de Castries nicht zurande. Axa gehört zum Kernaktionärskreis der 1999 vom Staat an die Börse gebrachten Bank und hat schon vor zwei Jahren erklärt, die Beteiligung stehe zur Disposition. Ambitionen, sich das Institut einzuverleiben, hat Axa laut Bébéar nicht: "Das ist ein Finanzinvestment. Punkt."

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