Aktie unter der Lupe
Bei Pankl Racing stottert der Motor

Rennauto-Zulieferer Pankl Racing Systems muss mit reduzierten Gewinnerwartungen leben. Analysten passen denn auch ihre Ratings an.

FRANKFURT/M. Auch wenn sich die Chefetage der steirischen Pankl Racing Systems niemals öffentlich zu ihren Kunden äußern würde, so gilt es doch als offenes Geheimnis, dass sich sowohl im Ferrari von Michael Schumacher als auch im BMW Williams von seinem Bruder Ralf Teile aus der High-Tech-Schmiede finden. Womit der Anspruch des Unternehmens deutlich wird: Pankl beliefert vor allem die, die vorne mitfahren und damit das beste Material brauchen. Pleuel, also das Herzstück des Motors und Antriebssysteme kommen aus Bruck an der Mur. Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass noch etliche Formel 1-Teams auf der Kundenliste stehen, ebenso aus der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) und den US-Rennserien.

Doch genau hier liegt das Problem. Da die Reglements in den Serien Cart und IRL technologisch angepasst werden sollen, sich dies aber hinauszögert, leiden die Zulieferer unter erheblichen Umsatzeinbußen. Schon jetzt gibt Finanzvorstand Ernst Wustinger offen zu, dass in der zweiten Hälfte des bis zum 30. September laufenden Geschäftsjahrs nicht mehr mit einer Ebit-Marge von 11,7 % gerechnet werden kann wie noch im ersten Halbjahr.

Viele Analysten haben deshalb die Aktie, die noch vor kurzem auf den Kauflisten stand, heruntergestuft. "Neutral" heißt es nur noch von der österreichischen Erste Bank. Statt mit einem Gewinn von 1,56 Euro je Aktie rechnen die Experten für das laufende Jahr nur noch mit 1,43 Euro. Für das kommende Jahr reduzierten sie ihre Erwartungen von 1,85 auf 1,69 Euro je Aktie. "Akkumulieren" sagen weiter die Analysten der Norddeutschen Landesbank und empfehlen die Aktie bei Kursschwäche zu kaufen, zumal der Pankl-Kurs seit Bekanntwerden der Schwierigkeiten Anfang Mai etwa die Hälfte an Wert verloren hat.

Eine Rückkehr in alte Kursniveaus dürfte jedoch momentan wegen der schlechten Börsensituation und mangels geeigneter Nachrichten ausgeschlossen sein. Denn auch mit seinem zweiten Standbein, der Pankl Aerospace, hat das Unternehmen Probleme. Die in den USA angesiedelte Tochter, die Sikorsky und Boeing beliefert, schrieb zuletzt rote Zahlen. Grund genug, dass Unternehmenschef Gerold Pankl dort selber die Zügel in die Hand nahm und mindestens bis zum Jahresende vor Ort sein wird, um Strukturierungsmaßnahmen einzuleiten.

Dritte Baustelle ist bei Pankl der Konverter, ein Katalysator für schwere Diesel-Motoren. Der wird erst mit Inkrafttreten der Euro-V-Norm im Jahr 2008 den erhofften Umsatzsprung leisten und nicht schon, wie erhofft, in den Jahren 2003 oder 2004. "Die Spanne von der Euro IV im Jahr 2005 zur Euro-V-Norm beträgt nur drei Jahre und ist damit zu kurz", erklärte Finanzvorstand Ernst Wustinger. Deshalb setze Pankl gleich auf die Euro-V-Norm und man werde sich bald mit den Entwicklungspartnern zusammensetzen. Einer davon ist die Kölner Firma Deutz, die eine Allianz mit Volvo bildet. Ein Feldtest des Konverters soll es bereits im Sommer geben. Allerdings werden deshalb 1,5 bis 2 Mill. Euro in diesem Jahr die Bilanz belasten.

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