Aktie unter der Lupe
Chevron profitiert vom teuren Öl

Die Fusion von Chevron und Texaco trägt erste Früchte. Im ersten Quartal hat der zweitgrößte US-Ölkonzern seinen Gewinn verdoppelt. Analysten erwarten jetzt auch einen Kurssprung der Aktie.

NEW YORK. Die guten Nachrichten hat der Markt prompt belohnt: Seitdem Chevron Texaco am vergangenen Freitag hervorragende Quartalsergebnisse mitteilte, legte die Aktie kontinuierlich zu. Der zweitgrößte US-Ölkonzern übertraf im ersten Quartal die Analysten-Erwartungen mit einem zum Vorjahr mehr als verdoppelten Überschuss deutlich. Dank kräftig gestiegener Ölpreise und verbesserter Margen im Raffineriegeschäft und in anderen Geschäftsfeldern lag der Gewinn vor Sonderposten bei 1,99 $ pro Aktie. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis noch von Firmenwertabschreibungen, Verlusten beim Ölhändler Dynegy und dem schwachen Raffineriegeschäft belastet worden.

Viele US-Analysten bewerten das gute Ergebnis als Wendepunkt für den Öl- und Gaskonzern, dessen Aktienkurs sich von einem Sturz im vergangenen Spätsommer noch nicht erholt hat. Der Kurs liegt zurzeit nur rund acht Prozent über dem Jahrestief. Das Zwölfmonatshoch von rund 90 $ ist noch weit entfernt.

Doch das könnte sich bald ändern, erwartet Analyst Tyler Dann von Bank of America Securities, der Anfang der Woche sein Anlageurteil von "neutral" auf "Kauf" hochsetzte: "Wir glauben, dass der fundamentale Boden erreicht ist. Die Zeit ist gekommen, um einen Gang hoch zu schalten." Auch Steven Pfeifer von Merrill Lynch äußert sich optimistisch: "Die starken Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass das Dahinsiechen jetzt vorbei ist." Pfeifer erhöhte daher jüngst seine Gewinnprognosen. Für 2003 erwartet er jetzt 6,15 statt 5,95 $ Ertrag je Aktie.

Besonders die im ersten Vierteljahr deutlich höheren Ölpreise stimmen Analysten und Anleger optimistisch: "Wir rechnen damit, dass die Erdgas- und Ölpreise sowie die weltweiten Margen bei Raffinerien auf hohem Niveau bleiben werden", sagt Michael Mayer, Analyst bei Prudential Securities. "Deshalb gibt es eine gute Chance, dass Chevron Texaco unser Zwölfmonats-Kursziel von 69 $ durchbrechen wird." Er sieht ein Aufwärtspotenzial bis 82 $ - das entspräche einem Plus von rund 25 Prozent zum aktuellen Niveau. Mayer bewertet die Aktie zurzeit als Kauf mit geringem Risiko.

Die aktuelle Kostenplanung des Unternehmens wird ebenfalls positiv bewertet. "Chevron Texaco will in diesem Jahr die Kosten für Raffinerien und Marketing von 1,7 auf 1,3 Mrd. $ zurückfahren", sagt Dann. "Wir sehen das als ein positives Zeichen." Zudem zahlt sich nach Meinung der Experten jetzt die Fusion der beiden Konzerne Chevron Corp. und Texaco im Oktober 2001 aus. "Vor allem die sinkenden Kosten beim Betriebsaufwand sind ein ermutigendes Zeichen", kommentiert Steven Pfeifer. "Sie zeigen, dass die Restrukturierungsbemühungen seit der Zusammenlegung erste Früchte tragen."

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