Aktie unter der Lupe
Danone: Die Milch macht’s

Wenn ein Unternehmen ein um über 80 % gesunkenen Gewinn vermeldet, wirkt dies auf Anleger abschreckend. Im Fall des Nahrungsmittelriesen Danone aber raten Analysten, genauer hinzusehen. Denn beim zweiten Blick werden Investoren feststellen, dass Danone-Chef Franck Riboud die 2001-Bilanz zum Großreinemachen genutzt hat.

PARIS. So reduziert allein die Sonderabschreibung auf den italienischen Käsehersteller Galbanie den Gewinn um 475 Mill. ?; hinzu kommt noch eine Rückstellung von 147 Mill. ? für die Restrukturierung der Danone-Kekssparte. Ohne diese Sonderfaktoren legte der Gewinn um knapp 10 % zu.

"Im aktuellen Kurs sind viele negative Faktoren schon eingepreist. Das eröffnet Spielräume für Kurssteigerungen", sagt Pierre Tegner, Analyst beim französischen Brokerhaus Fideuram Wargny. Er hält das derzeitige Kursniveau für eine gute Kaufgelegenheit. Joseline Gaudino von der Société Générale zeigt sich indes vorsichtiger: "Die Strategie von Danone halte ich für grundsätzlich gut, aber kurzfristig mangelt es an der Vorhersehbarkeit beim Wachstum des Absatzes", begründet sie ihre "Halten"-Empfehlung.

Die Konzentration von Danone auf drei Geschäftsfelder gefällt ihr: Das Unternehmen beschränkt sich auf Milchprodukte (etwa die Hälfte vom Umsatz), Wasser und Gebäck (je rund ein Viertel). Die Milchsparte hat sich auch im vergangenen Jahr als Wachstumsträger gezeigt. Allein das Milchgetränk "Actimel" stärkt nicht nur die Abwehrkräfte der Konsumenten, sondern auch die Finanzkraft von Danone, da der "Actimel"-Absatz um 40 % zugelegt hat. "Das ist eine der Stärken von Danone: Das Unternehmen schafft in seinen Sparten neue Märkte wie etwa mit Actimel", lobt Analyst Pierre Tegner. Zugleich bedauert er, dass den Danone-Milchmixern in letzter Zeit wenig Neues eingefallen ist.

"Früchte ernten"

Mit Problemen muss Danone dagegen in seiner Wassersparte kämpfen. In den USA hat das französische Unternehmen unter der mächtigen Konkurrenz von Coca-Cola und Pepsi zu leiden. Wargny-Analyst Tegner rechnet damit, dass sich Danone auf Nischen im US-Wassermarkt konzentrieren muss. Im chinesischen Markt muss Danone noch Arbeit leisten. Dort versuchen noch die beiden von Danone übernommenen Unternehmen Robust und Wahaha sich gegenseitig das Wasser abzugraben. "Hier muss sich erst noch zeigen, ob die vorgenommenen Veränderungen im Management von Robust greifen", begründet Analystin Joseline Gaudino ihre Vorsicht gegenüber der Danone-Aktie.

Optimistisch zeigt sich Wargny-Experte Tegner, dass Danone bald eine Lösung für die Käse-Tochter Galbani finden wird, was der Aktie seiner Meinung nach positive Impulse verleihen sollte. Danone will Galbani, den größten Käseproduzenten Italiens, verkaufen, da das Unternehmen nicht die geforderte Rendite erwirtschaftet. Bislang sind Verkaufsverhandlungen u.a. mit Parmalat aber an den Preisvorstellungen gescheitert. "In den nächsten Jahren wird Danone die Früchte für seine Restrukturierung ernten können", resümmiert er.

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