AKTIE UNTER DER LUPE
„Das Werk“ bietet Effekte und Gewinn

Die alten Männer Kubas machen nicht nur verdammt gute Musik - sie sehen für ihr Alter auch noch ziemlich gut aus. Zumindest in dem Wim-Wenders-Film "Buena Vista Social Club", den das am Neuen Markt notierte Unternehmen Das Werk mit seiner Tochterfirma Road Movies produziert hatte.

DÜSSELDORF. Der Streifen förderte das Ansehen des Unternehmens im Kreise der Kreativen der Werbe- und Fimbranche. Die Fantasie der Anleger und Analysten regte er indes nicht an. Lange Zeit beschwerte sich Vorstandschef Joachim Sturmes über die negative Bewertung der Aktie. Er musste mit ansehen, wie sich der Wert seit dem Börsengang im August 1999 von über 40 Euro bis auf 20 Euro Anfang Januar 2001 halbierte.

Zurzeit kann sich Sturmes aber freuen: Der Kurs hat sich seit dem Tiefpunkt zu Jahresbeginn auf gut 30 Euro erholt, ein Plus von über 30 Prozent. Damit schneidet Das Werk besser ab als der Nemax-All-Share Index. Die positive Wahrnehmung der Frankfurter Agentur, die sich vor allem auf die digitale Nachbearbeitung von Werbespots, Spielfilmen und Musikvideos spezialisiert hat, dürfte nach den Abstürzen am Neuen Markt zum einen auf die solide Entwicklung der Unternehmenszahlen zurückzuführen sein. Das Management geht davon aus, dass es die für das Jahr 2000 definierten Planzahlen übertreffen wird. Bisher ging es von einem Umsatz von 86,9 Mill. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 14,9 Mill. Euro aus. Der Gewinn pro Aktie soll nach Unternehmensangaben bei 0,65 Euro liegen und im laufenden Jahr auf deutlich über einen Euro ansteigen.

Analysten verweisen vor allem auf die Internationalisierung der Unternehmensaktivitäten. Bereits zum Börsengang hatte Das Werk angekündigt, sich stärker im europäischen Ausland und in den USA engagieren zu wollen. Mit der Anfang Januar verkündeten Übernahme der US-amerikanischen Centropolis Effects "ist diese Phase der Expansion zunächst einmal abgeschlossen", wie ein Sprecher der Agentur erklärte. Den ersten großen Schritt in andere Märkte unternahm die Agentur im Sommer des vergangenen Jahres mit der Übernahme des Werbefilmspezialisten En Effecto, nach eigenen Angaben Marktführer in Spanien.

Effektvolle Übernahme in den USA

Das Werk erwartet, dass es im Jahr 2000 etwa 28 Mill. Euro zum Umsatz der Gruppe beitragen wird. 2001 soll er auf 38 Mill. Euro anwachsen. Im Dezember folgte eine 85 %ige Beteiligung an der Londoner Bildbearbeitungsfirma Glassworks, die die Tür zu der britischen Werbefilm- und Musikvideoszene öffnen soll. Anfang Januar verkündete Joachim Sturmes dann seinen bislang größten Coup: die Übernahme der in Hollywood ansässigen Centropolis Effects. 1996 von dem Produzenten und Regisseur Roland Emmerich gegründet profilierte sich der Spezialist für digitale Effekte vor allem mit Filmen wie "Independence Day" oder "Godzilla". Im laufenden Jahr soll sich der Umsatz auf 23,6 Mill. US $ und das Ergebnis vor Steuern auf 4 Mill. US $ erhöhen.

Sarah Schmitz von der Commerzbank Securities stuft die Aktie auch nach dem jüngsten Kursanstieg als "Kauf" ein - wie die Mehrheit der Analysten. Ihr Kursziel liegt bei 38 Euro. "Das Werk hat sich ein starkes internationales Netzwerk aufgebaut", sagt Schmitz. Das sei gut für die Gewinnung von Neukunden, die Auslastung der Produktionskapazitäten und die Motivation der Mitarbeiter. Roland Pfänder von ING Barings sieht die Aktie langfristig sogar "jenseits der 40 Euro". "Mit CFX hat Das Werk jetzt auch in den USA ein starkes Standbein, und CFX wiederum kann mit dem Zugriff auf die Produktionskapazitäten in Europa künftig noch mehr Aufträge annehmen."

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