AKTIE UNTER DER LUPE
DG Bank sieht Aufwärtstrend bei Easy Software

Der Markt für Dokumenten-Management-Systeme ist weiterhin im Aufschwung. Davon profitiert auch die am Neuen Markt notierte Easy Software AG. Nach den Kursgewittern hält die DG Bank die Aktie für günstig bewertet und empfiehlt sie zum Kauf. Andere Banken kritisieren allerdings die Informationspolitik.

DÜSSELDORF. Behörden, kommunale Betriebe und öffentliche Einrichtungen in ganz Bayern sollen demnächst von der Firma Easy Software Produkte zur elektronischen Erfassung und Archivierung von Dokumenten bekommen. In zwölf Ämtern und Stadtwerken wird die Software bereits eingesetzt. Die bayerischen Beamten sehen darin einen Schritt zu mehr Bürgerfreundlichkeit, denn das elektronische Archivsystem erspare viel Zeit und Mühe bei der Sachbearbeitung. Auch die Sparkasse Mülheim/Ruhr gehört seit kurzem zum Kundenkreis von Easy Software.

Damit beweist der Anbieter von Dokumenten-Management-Systemen (DMS), dass er sich auf dem Markt etabliert hat. "Das Unternehmen hat gute Produkte für mittelgroße Unternehmen", sagt die Analystin Alla Gorelova vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Sie empfiehlt die Aktie zum Kauf. Auch die DG-Bank hat soeben ihre Kaufempfehlung bestätigt.

Der zuständige Analyst Oliver Finger sieht die Aktie im Vergleich zu den Konkurrenten IXOS, CE Computer Equipment und SER Systeme günstig bewertet. Auf Basis der erwarteten Gewinne für das Jahr 2001 errechne sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,1, für das Jahr 2002 ein KGV von 9,8. Diese Bewertung sei angesichts der hohen Wachstumsrate des Unternehmens zu niedrig, sagt Finger.

DG Bank nennt ein Kursziel von 20,60 Euro

Die Aktie notiert zurzeit bei gut 18 Euro, weit unter ihrem Jahreshoch von 65 Euro von Anfang Juni. Der Kurs erlebte im schlechten Marktumfeld der vergangenen Wochen eine Talfahrt. Doch jetzt hat sich laut DG-Bank-Analyst Finger ein Boden gebildet. Seit einigen Tagen erholt sich die Aktie von ihrem Tiefstand bei 13,40 Euro am 20. November. Auch gestern stieg sie bis zum frühen Abend deutlich um 4 %. Finger setzt ein Kursziel von 20,60 Euro.

Easy Software hat sich auf die computergestützte Archivierung von Daten und Dokumenten im Volltext spezialisiert. Die Archiv-Dateien sind in SAP R/3 und Lotus Notes integrierbar.

Mit den Programmen von Easy Software wird es für Nutzer einfacher, ihre Eingangspost zu erfassen, weiterzuleiten und zu bearbeiten. Auch können sie ihre Vorgänge schneller dokumentieren und durchsuchen. Der Gesamtmarkt für DMS-Lösungen wächst nach Einschätzung von Experten jährlich um 26 %, der deutsche Markt sogar um 30 bis 40 %.

Analysten kritisieren Informationspolitik

Daher verzeichnet Easy Software hohe Zuwachsraten: Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 53,7 % auf 48,2 Mill. DM. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) konnte um 124,8 % auf 4,24 Mill. DM verbessert werden.

Norbert Loeken von WestLB Panmure wirft dem Unternehmen bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen allerdings eine "unglückliche Informationspolitik" vor. So seien 80 % der Beteiligungen, die Easy Software an Firmen in den USA und Großbritannien hielt, verkauft worden. Doch der Umgang damit sei "wenig transparent" und "verwirrend" gewesen. Auch Alla Gorelova von Sal. Oppenheim kritisiert hier einen "Kommunikationsfehler".

Loeken vermutet hinter dem Verkauf einen "akuten Liquiditätsbedarf". Außerdem hat er den Verdacht, dass sich bei den Beteiligungen in den USA und Großbritannien hohe Verluste aufgehäuft haben. "Das Engagement ist meiner Ansicht nach gescheitert." Insgesamt sieht der Software-Analyst der WestLB "keinen Grund, die Aktie zu kaufen". Anlegern, die bereits Easy-Software-Aktien besitzen, rät er sogar zum Verkauf.



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