Aktie unter der Lupe
Dicom Group bestätigt ihren guten Ruf

Von den über 130 Unternehmen, die im Jahr 2000 an den Neuen Markt gingen, machte die britische Dicom Group seinerzeit Ende Januar den Auftakt. Viele folgten und trugen zum schlechten Image des Neuen Marktes bei. Der Spezialist für elektronisches Daten- und Dokumentenmanagement gehört bis heute nicht dazu.

FRANKFURT/M. Das mag zum einen daran liegen, dass die Aktie bereits vor dem Listing am Neuen Markt im Fokus der Börse stand. Sie ist bereits seit 1996 in London gelistet. Noch wichtiger erscheint Analysten indes, dass der Wert das hält, was viele andere nur versprechen: Hohes Wachstum, solide Gewinne, ein verlässliches Management und eine ordentliche Dividende. Das belegten erst wieder die Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2001/2002 (30.6.). Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 % auf 122 Mill. Euro, das Ergebnis vor Steuern (Ebt) legte um 11 % auf 6,4 Mill. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Goodwill-Abschreibungen (Ebita) kletterte um 16 % auf 8,8 Mill. Euro.

Einzig der Aktienkurs entwickelte sich in der Vergangenheit nicht so, wie es viele Anleger wohl gern gesehen hätten. Dicom genießt zwar unter Kunden und Analysten einen guten Ruf, die Aktie selbst fällt allerdings nur selten durch außergewöhnliche Ausschläge auf. Das war gestern nicht anders, als die Papiere nach einem guten Start sogar 2 % auf unter sieben Euro einbüßten. Die Gründe dafür mögen zum einen in der sehr internationalen und damit verworrenen Unternehmensstruktur liegen - das britische Unternehmen hat seine Wurzeln in der Schweiz, seinen Firmensitz in den USA und ist zudem in Frankfurt und London gelistet.

Analysten empfehlen Aktie zum Kauf

Hinzu kommen technisch hoch anspruchsvolle und damit erklärungsbedürftige Produkte. Zudem ist es der Gesellschaft wegen des Listings in London untersagt, Planzahlen zu veröffentlichen. "Die Aktie würde eigentlich mehr Beachtung verdienen", resümmiert Mirko Maier von der Landesbank Baden Württemberg und lobt die gute Entwicklung des Unternehmens im Vergleich zu vielen Wettbewerbern am Neuen Markt.

Das sieht auch Jörg Vonnemann von der Consors Capital Bank so. Er empfiehlt die Dicom-Aktie mit einem Kursziel von 9,20 Euro zum Kauf. "Kaufen" sagen auch Richard Dunn von der britischen Investec Securities und Christoph Dolleschal von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Grund dafür sind die guten Wachstumsaussichten im wesentlich stärkeren der beiden Geschäftsbereiche Electronic Data Capture (EDC). Dieser konnte im ersten Halbjahr um 23 % zulegen und macht jetzt 70 % am Gesamtumsatz aus. Die restlichen 30 % erwirtschaftet Dicom als Generalvertretung für Samsung-Produkte in der Schweiz ("SGA").

Von diesem Bereich wollte sich Dicom eigentlich 2001 trennen, doch drängte Samsung auf die Erfüllung des laufenden Vertrages. Entsprechend führt Dicom den Bereich weiter, will aber laut Executive Director Christoph Löslein nur noch qualitativ wachsen und nicht auf Kosten der Profitabilität. Immerhin erbrachte der ungeliebte Bereich SGA im ersten Halbjahr eine Ebita- Marge von knapp 5 %.

Der Bereich EDC soll jedoch auch künftig überdurchschnittlich wachsen. Mit Steigerungsraten von 10 % bis 15 % rechnet Löslein für den Gesamtmarkt, 20 % sollen es bei Dicom sein. Dazu sollen weitere Produkteinführungen und-verbesserungen in diesem Kalenderjahr beitragen. Bereits im Januar gab es viel versprechende Aufträge für die Scanner-Software VRS und das Betriebssystem Ascent Capture. Jörg Vonnemann rechnet deshalb für das Geschäftsjahr 2001/2002 mit einem Umsatz von 253,5 Mill. Euro, einem Ebita von 18,8 und einem Ebt von 14,2 Mill. Euro.

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