Aktie unter der Lupe
Die Beiersdorf-Aktie ist ihr Geld wert

Rolf Kunisch, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, Hamburg, macht aus seiner Vorliebe kein Hehl: "Es ist sehr schön, Marktführer zu sein. Damit lässt sich Geld verdienen." Da die Marktführerschaft aber eine starke Marke voraussetzt, hat Kunisch den traditionell in den Sparten Kosmetika, Wundversorgung und Klebebänder arbeitenden Beiersdorf-Konzern auf die Unterstützung von nur zehn renditestarken Verbrauchermarken ausgerichtet.

HAMBURG. Allen voran die Nivea- Familie, die in diesem Jahr erstmals die 5-Mrd.-DM-Umsatzschwelle erreichen wird. Außerdem steht die Markenfamilie für gut 50 % der Konzernumsätze und wird mehr als 60 % der Erträge bringen. Daneben stehen in der Kosmetika-Sparte noch die Namen 8 x 4, Labello, Atrix oder La Prairie.

Im Bereich der Wundversorgung stützt sich Beiersdorf auf die Pflaster Hansaplast, Elastoplast und die Stützbandagen Futuro. Das professionelle Wundversorgungsgeschäft wurde in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der britischen Smith & Nephew eingebracht. Die vorwiegend mit Industriekunden tätige Tesa-Klebebandgruppe kam unter das Dach einer eigenständigen Aktiengesellschaft.

Die Börse hat Kunischs Politik honoriert. Der Kurs der Beiersdorf-Aktien (WKN: 520 000) blieb trotz schwachen Umfelds mit 138,50 Euro stabil, bei einem Höchstand innerhalb von 52-Wochen von 141,30 und einem Tiefstwert von 92 Euro. Für die Zukunft tendieren Analysten dazu, Beiersdorf weiteres Wachstumspotential einzuräumen.

Ulrich Huwald von M.M.Warburg empfiehlt Beiersdorf zu kaufen; Kursziel 147 Euro. Oliver Luckenwald von Dresdner Kleinworth Wasserstein geht mit dem Ziel 150 Euro noch etwas weiter. Demgegenüber stuft Michael Winkler von WestLB Panmure Beiersdorf auf "neutral": Der Konzern sei fundamental sehr gut, aber im Vergleich zum Wettbewerb "sehr, sehr teuer".

Einigkeit besteht bei den Analysten, dass bei der Tesa AG nunmehr die Voraussetzungen für einen Verkauf gegeben sind. Es macht Sinn, sich von Tesa zu trennen, heißt es unisono. Die mageren Margen des Industriegeschäfts seien weit von den Vorgaben des Konzerns entfernt. Als mögliche Tesa-Käufer nennt Luckenwald Henkel, die japanische Nikko oder den 3M-Konzern. Aber auch vom Gemeinschaftsunternehmen mit Smith & Nephew könnte sich Beiersdorf trennen, schätzt Luckenwald: "In zwei drei Jahren wird Beiersdorf nur noch aus Kosmetika und den verbrauchernahen Wundversorgungsartikeln bestehen."

Beiersdorf hat immer ein internes Wachstum von 8 bis 10 % geliefert, zum Beispiel durch den Ausbau der Nivea-Marken, erklärt Luckenwald den Preis der Aktie. Das interne Wachstum werde der Konzern noch einige Jahre durchhalten. Für ein externes Wachstum stehen Beiersdorf nach seiner Einschätzung 7 Mrd. bis 8 Mrd. Euro zur Verfügung " Irgendwann wird ein größeres externes Wachstum sinnvoll."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%