AKTIE UNTER DER LUPE
Die Cemex schlägt sich wacker

Der mexikanische Zementkonzern hat die Analysten mit recht guten Zahlen für das zweite Quartal überrascht. Und dies, obwohl sich auch Cemex nicht der weltweit schwachen Konjunkturlage entziehen kann. Experten loben das gute Management und die solide Bilanz des Konzerns.

MEXIKO-STADT. Gar nicht so schlecht wie erwartet. So lautete das Urteil der Analysten, als der mexikanische Zementhersteller Cemex S.A vor einem Monat die Ergebnisse des zweiten Quartals vorlegte.

Umsatz und Gewinn gingen zwar im Vergleich zu Vorjahreszeitraum zurück, aber nicht so drastisch, wie es die Analysten befürchtet hatten. Der drittgrößte Zementhersteller der Welt meldete einen Umsatz von 1,74 Mrd. Dollar (nach 1,81 Mrd. Dollar im Vorjaheszeitraum) und einen Gewinn (EBITDA) von 555 Mill. Dollar (611 Mill. Dollar). Damit zeigte sich Cemex deutlich von den schlechten Ergebnissen des ersten Quartals erholt. Insgesamt, so das Fazit der Experten, behauptet sich das Unternehmen aus Monterrey in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld gut.

Cemex ist eines der wenigen Unternehmen Mexikos, das in Lateinamerika, den USA, Europa, Asien und Nordafrika aktiv ist. Knapp die Hälfte seines Betriebsergebnisses erwirtschaftet der Konzern in Mexiko, weitere 20 % in den Vereinigten Staaten und 12 % in Spanien. In Mexiko, Venezuela und Spanien ist Cemex für Zement Marktführer, in den übrigen Märkten zumindest unter den großen Drei.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres reflektieren den Konjunktureinbruch in der Baubranche auf allen Märkten, auf denen die Firma aktiv ist. "Cemex kann vor der globalen Rezession nicht davon laufen", sagt Carlos Hermosillo vom Investmenthaus Vector. Der aktuell schwächere Kurs sei er im wesentlichen dieser "Ansteckung durch die allgemeine Wirtschaftsentwicklung" zu Schulden und weniger unternehmensinternen Faktoren.

Im Gegensatz zu den weltweit größten Zementherstellern Lafarge und Holcim sind im Portfolio von Cemex die Schwellenländer stark gewichtet. Für José Covalassi von Standard & Poor?s ein großer Vorteil, denn in den Schwellenländern bestehe auf lange Sicht ein großer Bedarf an Infrastrukturmaßnahmen. Andere Analysten verweisen freilich auf die Probleme der Schwellenländer, etwa Währungsunsicherheiten und politische Instabilität.

Zu dem schlechten Ergebnis im zweiten Quartal hat nach Einschätzung von Merrill Lynch vor allem der um 8 % gefallene Umsatz in den USA beigetragen. Neben dem Konjunkturabschwung gaben schlechtes Wetter und nur schwach steigende Zementpreise den Ausschlag. Eine Erholung in dem wichtigsten Zementmarkt der Welt ist für Cemex von zentraler Bedeutung.

Auf dem heimischen Markt zeichnet sich diese bereits ab, wie Gonzalo Fernández von der Santander Bank sagt. Der Umsatz stieg in Mexiko bereits im zweiten Quartal um 6 % im Vergleich zum ersten Quartal. Dies hängt vor allem mit Infrastrukturprojekten in den Bundesstaaten und einem staatlichen Programm für den sozialen Wohnungsbau zusammen. In Mexiko bergen aber laut Merrill Lynch die niedrigen Zementpreise und die Korrektur des Peso, der in diesem Jahr knapp 7 % an Wert verlor, Gefahren. In Venezuela machte Cemex der Verfall des Bolívar zu schaffen.

Wegen der Unwägbarkeiten halten sich die Investmentbanken derzeit mit Kaufempfehlungen zurück, obgleich das Papier im Moment günstig bewertet ist. Auf mittlere und lange Sicht ist Cemex für Merrill Lynch aber ein "strong buy". Die Bedingung: Das gesamtwirtschaftliche Panorama hellt sich auf und die Erholung ereicht auchen den Bausektor.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's lobt stellvertretend für fast alle Analysten die finanzielle Solidität des Unternehmens - gerade auch im Vergleich zur Konkurrenz - und die gute Führungsstruktur. S & P hält seinen Investmentgrade für den Zementkonzern aufrecht.

Quelle: Handelsblatt

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