Aktie unter der Lupe
Ebay ersteigert sich das Lob der Analysten

Ebay hat die Analysten mit seinen Zahlen zum ersten Quartal wieder einmal positiv überrascht. Das Internetauktionshaus kann die Anzahl der Versteigerungen rasant steigern. Lukrative Märkte außerhalb der USA sind vor allem Deutschland und Großbritannien. Analysten erwarten deutliche Kursgewinne.

NEW YORK. Die guten Nachrichten waren noch besser als erwartet: Einen Gewinn von 17 US-Cents je Aktie erzielte Ebay im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, wie das Online-Auktionshaus Ende vergangener Woche berichtete. Die Amerikaner übertrafen damit bei einem kräftig gestiegenen Umsatz sowohl die Durchschnittsschätzungen von Analysten um einen Cent als auch das Ergebnis des Vorjahreszeitraums um mehr als das Doppelte.

Die Bilanz fügt sich nahtlos in das alte Muster ein. "Das erste Quartal ist schon lange die stärkste Zeit des Jahres für Ebay gewesen", sagt etwa Analyst Mark Rowen von Prudential Securities. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass ein Ende der Steigerungsraten vorerst nicht in Sicht ist.

Vor allem zeigten sich die Wertpapierexperten beeindruckt von dem Tempo, mit dem das Online-Auktionshaus in den vergangenen Monaten wuchs: Die Zahl der Versteigerungen habe in nur einem Quartal um 12 % zugenommen, im Wochenvergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum sogar um 66 %. "Die Zuwächse zeigen, dass sich das wichtige Kerngeschäft immer noch weiter entwickelt", sagt Analyst Jeetil Patel von Deutsche Bank Securities in New York.

Auch die internationalen Sparten bekommen Lob - vor allem der deutsche und der britische Ableger, die am Ende des ersten Quartals doppelt so viele Artikel zum Verkauf anboten wie drei Monate zuvor. "Ebay gewinnt an Zugkraft in einer Reihe von wichtigen Märkten", kommentiert Pacific-Crest-Securities-Analyst Steven Weinstein. "Dadurch sollten sie auch in den nächsten Jahren noch rapide Gewinnzuwächse verzeichnen." Mit weiter steigenden Raten im internationalen Geschäft rechnet auch Jeetil Patel. Die Bilanzen der vergangenen Jahre zeigten: Die Entwicklungen der Ebay-Marktplätze verliefen in den USA und den internationalen Märkten wie etwa Deutschland ähnlich, nur mit einigen Jahren Zeitunterschied.

Die schwankenden Erträge von Ebay Frankreich fielen dagegen kaum ins Gewicht, erklärt Heath Terry von Credit Suisse First Boston (CSFB). "Nachdem Ebay in Frankreich zum ersten Mal Auflistungsgebühren verlangt hat, ist die Zahl der Versteigerungen dort zwar auf ein Viertel gesunken. Aber ich glaube nicht, dass das dies zu deutlich geringeren Gewinnen führen wird, denn die Umsatzrate war dort schon immer niedrig."

Der Erfolg hat laut Experten mehrere Ursachen. Steven Weinstein hält dem Unternehmen etwa "das überlegene Geschäftsmodell und die größeren Marktchancen" zugute. Daneben hat sich der Erfolg nahezu verselbstständigt: "Ebay kann im Moment fast nichts falsch machen", sagt Jeetil Patel. "Sie haben das größte Online-Publikum. Das ist attraktiv für beide Seiten: Für die Anbieter schafft Ebay die meisten Abnehmer, und die Käufer finden die beste Auswahl. Deshalb wachsen die Auktionszahlen immer weiter."

Uneins sind sich die Analysten über das aktuelle Preisniveau. Mit rund 54 $ liegt der Kurs ungefähr in der Mitte zwischen dem Jahreshöchst- und Tiefstand. Mehrere Experten halten den Titel für relativ hoch bewertet - selbst angesichts der guten Quartalsergebnisse, die die optimistischen Erwartungen noch übertrafen. "Ebay hat bisher in jedem Quartal die Durchschnittsschätzungen der Analysten um ein oder zwei Cent übertroffen. Deshalb sind diese Nachrichten schon in den Aktienkurs eingepreist worden", kommentiert Heath Terry. Doch die Zwölfmonatskursziele vieler Bankhäuser sprechen eine andere Sprache: Sie erwarten, dass der Preis in einem Jahr bei rund 80 $ liegen wird - also 50 % an Wert gewinnen wird.

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