Aktie unter der Lupe
Fielmann-Aktie ist nicht nur etwas für kurzsichtige Anleger

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kurzsichtiger, ein Weitsichtiger oder ein anderer Fehlsichtiger in Deutschland eine Brille von Fielmann trägt, ist relativ groß. Denn nach Angaben der Optikerkette wird jedes dritte Brillenmodell in Deutschland in einem Fielmann-Laden gekauft.

hb FRANKFURT/M. Denn nach Angaben der Optikerkette wird jedes dritte Brillenmodell in Deutschland in einem Fielmann-Laden gekauft. Auch wer keine Brille oder Kontaktlinsen trägt, hat zumindest den Namen des europäischen Marktführers schon einmal gehört. "Fielmann ist im deutschsprachigen Raum ein Synonym für hochwertige und kostengünstige Augenoptik", schreibt WestLB-Analyst Peter Wirth in einer Studie zu "Starken Marken".

Der Name und die starke Position im Brillengeschäft konnten den Kursverlust der Fielmann-Aktien in den vergangenen zwölf Monaten allerdings auch nicht aufhalten. Von rund 45 Euro im Juli 2001 fielen die im MDax notierten Titel bis gestern auf rund 35 Euro, ein Verlust von knapp über 20 Prozent.

Trostpflaster für die Anleger: auf der Hauptversammlung heute schlägt Fielmann eine Dividende von 1,07 Euro pro Aktie vor. Auch für die nächsten Jahre rechnen Analysten mit Dividendenrenditen von drei bis vier Prozent.

Die meisten Analysten sind der Meinung, dass das Kurspotenzial der Aktie nach oben begrenzt ist. "Die Rahmenbedingungen machen es Fielmann momentan natürlich nicht leicht", sagt Kay Strippel, Analyst bei Independent Research. Er ist der Meinung, dass sich das Papier wie der Markt entwickeln werde ("Marketperform").

WestLB-Analyst Wirth ist allerdings anderer Meinung. Er glaubt, dass ein Kurs von rund 40 Euro durchaus wahrscheinlich ist und bewertet die Aktie deshalb mit "Outperform", das heißt sie soll sich besser entwickeln als der Markt.

Das langfristige Ertragswachstum hänge jedoch von der Expansion außerhalb des deutschsprachigen Raumes ab, meint Wirth. "In Deutschland ist der Markt für Brillen fast gesättigt", sagt auch Analyst Strippel, "Wachstum ist vorwiegend im Ausland und im Kontaktlinsenbereich möglich."

Außer in Deutschland verkauft Fielmann derzeit in der Schweiz und Österreich. In den Niederlanden hat Fielmann in der Stadt Enschede gerade erst einen Preiskampf ausgelöst. Bisher habe Fielmann aber außerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nur wenig unternommen, sagt Wirth.

Die derzeit eher langsame Expansion von Fielmann beurteilt Thilo Kleibauer, Analyst bei M.M. Warburg allerdings eher positiv, denn "Fielmann wächst organisch, indem man das eigene Konzept weiter ausdehnt." Dadurch entstünden auch weniger Risiken durch Akquisitionen und Integration der Neuerwerbungen.

Andere Länder in Angriff zu nehmen, hält er momentan nicht für zwingend notwendig: "In allen Auslandsmärkten, auf denen Fielmann präsent ist, gibt es noch genug Wachstumspotenzial."

In Deutschland ist Fielmann in einer sehr komfortablen Situation. Durch den Preiswettbewerb, den Fielmann in der Branche erst losgetreten hat, konnte der Optiker Marktanteile ergattern. "Die Strategie von Fielmann, konsequent Brillen zu günstigen Preisen anzubieten, hilft Fielmann natürlich auch in konjunkturell etwas schwierigeren Zeiten", sagt Kleibauer.

Einen Nachteil hat allerdings der Preiskampf. "Bei den günstigen Produkten verzichtet Fielmann auch auf höhere Margen", sagt Analyst Strippel.

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