AKTIE UNTER DER LUPE
Harmony Gold fördert Analystenlob zu Tage

Doch trotz überaus positiver Einschätzungen von Analysten dürfen die Anleger aber auch die Risiken, wie einen steigenden Rand, nicht übersehen.

DÜSSELDORF. Die südafrikanische Minengesellschaft Harmony Gold peppt sich für ausländische Anleger auf. Ein wesentlicher Schritt dazu ist der Wechsel der ADR (American Depositary Receipts/ Ersatzwertpapiere) von der US-Technologiebörse Nasdaq zur New York Stock Exchange (Nyse).

Zum Börsenstart am 27. November erklärte Bernhard Swanepoel, Vorstandsvorsitzender der Harmony Gold Mining, er hoffe durch das Nyse-Listing mehr Aufmerksamkeit für seine Gesellschaft zu erlangen. Laut Walter Wehrli, Fondsmanager des Nestor Gold Fonds, könnte das Nyse-Listing zudem mehr Vertrauen in die Aktie bringen, da die Nyse noch strengeren Regeln als die Nasdaq unterliegt.

Harmony Gold ist die fünftgrößte Goldminengesellschaft der Welt. Bisher war es die Strategie des Unternehmens, Wachstum durch Akquisitionen zu erreichen. Dies hatte Swanepoel gegenüber dem Handelsblatt auf dem "Global Gold, Diamonds and Precious Metals Forum" in Frankfurt gesagt. Dabei sei Harmony "niemals durch das Streben nach Größe angetrieben" worden, die Größe habe sich ergeben. Ziel sei es gewesen, "value" zu schaffen. Profitiert hatte Harmony auch von dem lange fallenden Goldpreis. Denn viele Produzenten hatten in Südafrika wegen der anhaltenden Preisbaisse ihre Anlagen verkauft.

Inzwischen wechselte allerdings das Umfeld: Das Edelmetall Gold hat sich in den zurückliegenden Monaten deutlich verteuert. Mit dem steigenden Preis würden die Minen wieder profitabler, die Margen größer. Als Folge davon erhöhe sich auch der Preis für die Minen, fügte Swanepoel an. Doch durch den stetigen Ausbau der Produktion gehöre Harmony heute zu den wenigen Minengesellschaften, die ein steigendes Produktionsprofil haben, das nicht nur auf Akquisitionen basiert. Die Produktion könne also auch ohne neue Käufe gesteigert werden.

Da Harmony auf das so genannte Hedging verzichtet, schlagen sich Veränderungen der Goldnotierungen direkt - positiv, aber auch negativ - im Aktienkurs nieder. Bei Hedging-Transaktionen verkaufen Minen einen Teil des noch im Boden befindlichen Goldes, um sich Kapital zu beschaffen.

"Harmony ist die Erfolgsstory in der südafrikanischen Goldminenindustrie", lobt Fondsmanager Wehrli. Es sei "einer der besten Werte im Goldbereich mit einem der besten Managements". Bisher habe die Gesellschaft bei jedem der übernommenen unrentablen Projekte den turnaround geschafft. Nach seiner Beobachtung expandiert Harmony nun auch ins Ausland. Ein Beispiel dafür sei die High-River-Gold-Mine, die unter anderem in Russland produziert.

Dass die Aktie zuletzt zeitweise verloren hat, führt der Nestor-Experte auf den aktuell starken südafrikanischen Rand zurück; hier sieht er auch das Hauptrisiko für die Aktie. Denn "das drückt die Margen", sagt Wehrli. Umgekehrt gelte: "Je schwächer der Rand, desto höher ist die Marge in Rand", da die Exporte in US-Dollar abgerechnet werden. Er erwartet, dass die südafrikanische Währung nicht so stark bleiben wird.

Anleger sollten zudem auf die Entwicklung des Goldpreises achten. Setzt man einen Goldpreis von 320/330 $ je Feinunze voraus, ist die Aktie laut Wehrli bei etwa 18 $ fair bewertet. Dies entspräche einem Aufwärtspotenzial von 30 bis 40 % bei dem aktuellen Goldpreisniveau.

Quelle: Handelsblatt

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