Aktie unter der Lupe
Heidelberger Druck leidet unter Werbeflaute

Keine vier Wochen ist es her, da hatte Heidelberger Druckmaschinen Quartalszahlen veröffentlicht. Am Dienstag dieser Woche kam dann eine Umsatzwarnung. Ein solches Timing stößt Investoren oft sauer auf. "Die Stimmung ist für die Aktie erst einmal verdorben", sagt Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

FRANKFURT/M. Aufgrund der jüngsten Konjunkturprognosen rechnet Heidelberger Druck nun damit, dass der Umsatz um rund zehn Prozent unter dem des Vorjahres liegen wird. Im August hatte das Unternehmen das Erreichen der Prognose noch von einer Konjunkturerholung abhängig gemacht. Gerade aber die Produkte von Heidelberger Druck - Druckmaschinen und das dazugehörige Drumherum - laufen auf Grund der Flaute im Werbemarkt weniger gut.

Bei Heidelberger Druck heißt es, dass man im August das wahre Ausmaß der Lage noch nicht habe absehen können. "Als wir am Montag dieser Woche die schlechten Zahlen für den August und die Prognosen für den September bekamen, wussten wir, dass wir die Prognose nicht einhalten konnten", sagte ein Sprecher der Firma. Erhard Schmitt, Analyst von Helaba Trust, hat zwar schon vor der Umsatzwarnung damit gerechnet, dass Heidelberger Druck seine Prognosen nicht erreichen könne. "Aber dass der Umsatz gleich zehn Prozent weniger betragen soll, hat mich schon überrascht", sagt er.

Ein Urteil lautet "Verkaufen"

Schon länger haben Anleger keine rechte Freude am Papier der Heidelberger. Seit Juni hat die Aktie rund 30 Prozent an Wert auf rund 34 Euro verloren. Was die weitere Entwicklung der Aktie angeht, sind die Meinungen der Analysten geteilt. Die einen empfehlen das Papier als "Outperformer", also als Aktie, die sich besser als der Markt entwickeln sollte (Sal. Oppenheim). Andere wie Merck Finck vergeben sogar das eher seltene Urteil "Verkaufen".

Trinkaus-Analyst Schramm ist ebenfalls eher der Fraktion der Pessimisten zuzurechnen. " Im Kurs sollten zwar alle schlechten Nachrichten drin sein, aber es gibt noch eine Menge Unsicherheiten. Etwa darüber, um wie viel der Gewinn des laufenden Jahres unter dem des Vorjahres liegen wird", begründet er sein Urteil "Reduzieren". Zudem sei nur die Höhe des Kostensenkungsprogramms (200 Mill. Euro) bekannt. Unklar sei, wo das Unternehmen genau sparen wolle. Das will Heidelberger Druck erst am 6. November konkretisieren, wenn die Firma die Halbjahreszahlen bekannt gibt. Dann will das Unternehmen auch genauere Angaben zum Gewinn machen.

Helaba-Analyst Schmitt ist der Meinung, dass der Kursverfall der vergangenen Monaten übertrieben war. Er veranschlagt den fairen Wert der Aktie auf 44 Euro. Ulrich Scholz, Analyst bei Sal. Oppenheim, hält Heidelberger Druck weiterhin für gut positioniert: "Wenn Heidelberger Druck das Produktportfolio um verlustbringende Randbereiche bereinigt, bin ich zuversichtlich, dass sie die Kostenstrukturen schnell anpassen können." Dann werde es auch mit der Aktie wieder bergauf gehen.

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