Aktie unter der Lupe
Henkel – Da weiß man, was man hat

Die Aktie des Konsumgüterkonzerns Henkel konnte nach der Vorlage der Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr deutliche Kursgewinne verbuchen. Viele Analysten halten das Papier für extrem unterbewertet und rechnen mit Kurssteigerungen von bis zu zwanzig Prozent.

FRANKFURT/M. Mit dem Werbeslogan "Persil - Da weiß man was man hat" konnte der Waschmittel- und Kosmetikkonzern Henkel eine starke Marke etablieren. Mit weiteren Marken wie Spee und Vernel ist Henkel in Deutschland führend bei Waschmitteln. Die Traditionssparte des Henkel-Konzerns verbuchte im ersten Halbjahr 2002 ein Gewinnplus von 3,6 Prozent. Der Konsumgüterhersteller hatte am Montag die Ergebnisse für die ersten sechs Monate des Jahres vorgelegt und damit die Prognosen der Analysten erfüllt. Das Unternehmen steigerte im ersten Halbjahr 2002 den Umsatz um über drei Prozent auf 4,9 Milliarden Euro und den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um über sieben Prozent auf 330 Millionen Euro.

Das positive Halbjahresergebnis führen Analysten zum großen Teil auf die Umstrukturierungsmaßnahmen des Düsseldorfer Konzerns zurück. "Das Programm wurde sehr schnell und erfolgreich implementiert", sagt Oliver Luckenbach, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Der Konzernumbau habe bereits im ersten Quartal mit zehn Millionen Euro und im zweiten Quartal mit 15 Millionen Euro zur Ergebnisverbesserung beigetragen.

"Am stärksten hat sich der Bereich Kosmetik entwickelt"

An den Aktienmärkten honorierten die Anleger das positive Ergebnis. Die im Dax notierte Vorzugsaktie des Henkel-Konzerns legte am Montag fast drei Prozent zu. "Die Henkel-Aktie ist der weltweit am günstigsten bewertete Titel in diesem Sektor", sagt Aktienexperte Luckenbach. Seine Empfehlung für das Henkel-Papier lautet kaufen, den Kurs sieht der Aktienanalyst bei 85 Euro. Michael Winkler, der bei der WestLB Panmure die Persil-Aktie analysiert bewertet den Wert als outperformer und nennt ein Kursziel von 79 Euro.

"Am stärksten hat sich der Bereich Kosmetik entwickelt", sagt Winkler. Die Sparte, zu der neben Haarfärbemitteln auch die Marken Schauma, Poly und Gliss Kur gehören, erzielte eine Gewinnsteigerung von über 14 Prozent. Henkel belegt im Kosmetikbereich in Deutschland den zweiten Platz - nach dem Marktführer L?Oreal "Der Bereich Kosmetik läuft prinzipiell sehr gut und ist auch sehr margenträchtig", fügt Winkler hinzu. In Europa rechnet er mit einem Wachstum von zwei bis drei Prozent für den Markt mit Kosmetikartikeln. Auch Zukäufe in diesem weltweiten Wachstumsmarkt hält der WestLB-Analyst für sinnvoll. "Es ist aber wichtig, das richtige Angebot abzuwarten und erst wenn Synergien erkennbar sind, zuzuschlagen", meint Winkler.

Beim Thema "Dividende" könnten die Aktionäre in diesem Jahr etwas enttäuscht sein

Im Zuge des Konzernumbaus erwirtschaftet das Düsseldorfer Unternehmen inzwischen siebzig Prozent der Erlöse im Konsumgüterbereich mit Waschmitteln, Kosmetik und Klebstoffen. "Henkel ist keine Chemie-Aktie mehr", sagt Oliver Luckenbach von der Dresdner Kleinwort Wasserstein. In den internationalen Indizes wird das Henkel-Papier bereits im Bereich Home and Personalcare geführt. Doch Luckenbach hat den Eindruck, dass viele Analysten die Aktie noch zu stark von der Chemieseite betrachten. "Wenn dieser Titel zukünftig von Aktienanalysten aus dem Bereich Konsumgüter beurteilt wird, dann werden diese feststellen, dass die Henkel-Aktie noch sehr unterbewertet ist. Aber dieser Prozess ist noch im Gang", meint Luckenbach.

Nur beim Thema "Dividende" könnten die Aktionäre in diesem Jahr etwas enttäuscht sein. Denn durch den Verkauf der Unternehmensbereiche Cognis und Henkel-Ecolab wird der Jahresüberschuss 2002 unter dem des Vorjahres liegen. Sollte das Unternehmen an der traditionellen Ausschüttung von 30 Prozent festhalten wird die Dividende dieses Jahr geringer ausfallen. "Ich halte das jedoch für keinen Beinbruch", sagt Analyst Luckenbach. Henkel sei an einer hohen Dividendenkontinuität interessiert, daher könne er sich auch vorstellen, dass der Konzern die pay-out-ratio auf 40 Prozent erhöhe.

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