Aktie unter der Lupe
Herd-Fabrikant Gorenje liefert heiße Kurse

Übernahmegerüchte in einem engen Markt feuern die Kurse an - so jüngst die an der slowenischen Börse. Für die heiße Kursrally sorgte der als Kaufkandidat gehandelte Hausgerätehersteller Gorenje.

BUDAPEST. Sloweniens Hausgeräte-Hersteller Gorenje gehört zu den Unternehmen in den mittel- und osteuropäischen Reformstaaten, die sich mit Erfolg auch auf westlichen Märkten tummeln. In Deutschland hält der Konzern, zu dessen Partnern Quelle, Neckermann und Metro gehören, einen Marktanteil von 6 %. Etwa 900 000 Geräte werden jedes Jahr auf dem deutschen Markt abgesetzt, davon 55 % unter dem eigenen Markennamen.

Etablierte Branchenvertreter, wie etwa Electrolux und Bosch Siemens, verhehlen nicht, dass sie in Gorenje einen wichtigen Konkurrenten sehen. Aber ebenso lassen sie durchblicken, mittelfristig sei auch Gorenje ein Übernahmekandidat. Als die Aktie jüngst einen mächtigen Höhenflug erlebte, glaubten manche Börsianer, es sei schon so weit mit der Übernahme. Danach bestimmten allerdings Gewinnmitnahmen den Kurs.

Gorenje selbst ist im Falle eines Übernahmeversuchs durchaus in einer starken Position. Weltweit umfasst die Gruppe 36 Unternehmen, von denen elf in Slowenien und 25 in 19 verschiedenen Ländern angesiedelt sind. Zum Kerngeschäft der Hausgereäte-Herstellung, das von der Gorenje AG abgewickelt wird, kommen unter anderem die Fertigung von Küchenmöbeln, Maschinen. Dem Dienstleistungssektor sind Tourismusfirmen sowie Vertriebsgesellschaften zuzurechnen.

Die Zahlen im Kerngeschäft: Jedes Jahr werden fast drei Millionen Herde, Kühlschränke und Waschmaschinen hergestellt, deren Preise hauptsächlich im unteren und mittleren Segment liegen. Exportiert wird vor allem nach Deutschland (knapp 30 %), Frankreich, Kroatien, Österreich, Großbritannien, Tschechien, Polen, Italien und Vereinigte Staaten. Die Expansion geht weiter. Nach 740 Mill. Euro Umsatz und 15,3 Mill. Euro Nettoertrag im vergangenen Jahr sind für 2002 Werte von knapp 790 Mill. Euro und 18 Mill. Euro angepeilt.

Etwa zwei Drittel der Kapitalanteile liegen bei slowenischen Rentenfonds, die noch weitgehend staatliche Einrichtungen sind. Ein Drittel der Aktien wird von privaten Anlegern gehalten. Dabei sind die Ansichten von Analysten über die weiteren Perspektiven von Gorenje unterschiedlich. Andraz Grum von ABanka in Ljubljana meint, erwartet auf absehbare Zeit keine Übernahme von Gorenje. Die Gruppe habe eine feste Position vor allem auf ihren traditionellen Märkten. Nach dem überzogenen Anstieg am Wochenanfang werde sich der Wert der Gorenje-Aktie zum Jahresende bei etwa 4100 SIT einpendeln.

Matej Tomazin von Ilirika kann sich den Einstieg eines ausländischen strategischen Partners in absehbarer Zeit durchaus vorstellen. Sollte Novartis tatsächlich - wie angekündigt - den slowenischen Pharmahersteller Lek übernahmen, werde zusätzliche Liquidität entstehen. Die könnte private Anleger veranlassen, stärker bei Gorenje einzusteigen, argumentiert der Analyst. Der Preis für eine Übernahme von Gorenje könne später eher noch höher sein als jetzt.

Wenn sich die Anteile auf den westeuropäischen Märkten stabilisiert haben, will die Führung des Hausgeräte-Herstellers in den kommenden Jahren in Asien und Lateinamerika nach neuen Absatzmöglichkeiten suchen.

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