Aktie unter der Lupe
IBM hebt die Laune bei Analysten

IBM macht wieder mit positiven Schlagzeilen auf sich aufmerksam: Erstmals seit zwei Jahren steigen die Gewinne bei "Big Blue". Für viele Analysten sie ist dies erst der Auftakt einer Reihe guter Meldungen. Auf die Aktie sehen sie daher bessere Zeiten zukommen.

NEW YORK. Einen Lichtblick bescherte der weltgrößte Computer-Konzern IBM jüngst den auf Technologiewerte orientierten Anlegern: Erstmals seit fast zwei Jahren präsentierte die Geschäftsleitung in der vergangenen Woche einen gestiegenen Quartalsgewinn. In den ersten Monaten des Jahres 2003 verdiente der Konzern demnach rund 1,4 Mrd. Dollar oder 79 Cent je Aktie. Das lag im Rahmen der Expertenerwartungen. Mit Kostensenkungen, Werksschließungen und dem Abbau von insgesamt 15 000 Arbeitsplätzen hatte IBM im vergangenen Jahr auf die sinkenden IT-Ausgaben seiner Firmenkunden reagiert. Das jüngst ausgewiesene Umsatzplus von 11 % nährt Hoffnungen auf einen Aufschwung in der Computerbranche.

Die Analysten der großen US-Banken äußern sich jedenfalls positiv über die Aufstellung des Konzerns. Die Mehrheit rechnet damit, dass die gute Bilanz der Anfang einer positiven Entwicklung ist. "Wir sind optimistisch, dass bei IBM der Gewinn je Aktie in diesem und im kommenden Jahr die bisherigen Erwartungen übertreffen wird", sagt etwa Steve Weber von der Investmentbank SG Cowen, der aktuell zum unbedingten Kauf der Titel rät, für die er in Relation zum breit gefächerten S&P-500-Index ein Aufwärtspotenzial von 15 bis 20 % sieht. Auch Laura Conigliaro, Analystin bei Goldman Sachs, erwartet weitere positive Meldungen von "Big Blue": "Es gibt Anzeichen im organischen Umsatzwachstum bei IBM, die darauf hinweisen, dass der Konzern seinen Marktanteil immer noch steigert."

Bis zu einer endgültigen Erholung der Branche könnte zwar noch einige Zeit vergehen. Doch eine vorläufige Entspannung der außenpolitischen Lage würde dem Markt bereits weiterhelfen, erwarten die Experten. "Die Nachfrage wird nicht sofort stürmisch zurückkommen, nur weil der Krieg im Irak vorbei ist", sagt Daniel Niles von Lehman Brothers. Dennoch rechnet er mit "einer Wiederaufnahme der Stabilisierung und langsamen Erholung, die wir seit dem vergangenen Sommer und bis ins vierte Quartal gesehen haben." Als eines der Branchenschwergewichte sollte IBM spätestens dann wieder die Nase vorn haben.

"Inzwischen hat der Konzern wohl wieder seinen Wettbewerbsvorteil entdeckt", kommentiert Steve Weber. Auch Daniel Niles erwartet, dass IBM von einem anstehenden Aufschwung deutlich mehr profitieren wird als die Konkurrenz: "Die Kunden suchen zunehmend nach einer einzigen Anlaufstelle, die auf sämtliche ihrer IT-Bedürfnisse eingehen kann und dabei möglicherweise noch günstiger ist als eine Stück-für-Stück-Lösung. Und IBM ist für diese Aufgabe mit ihrer Kombination von Hardware, Software und Dienstleistungen am besten positioniert."

Seit den Jahrestiefständen von 54 Dollar im vergangenen Oktober haben sich die Aktien bereits wieder deutlich erholt. Sechs Monate später notierten sie bereits rund 45 % besser und stiegen nach Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen zwischenzeitlich auf ein Hoch von 84 Dollar. Dennoch sind die Risiken für IBM noch nicht endgültig ausgestanden. Das spiegelt sich auch in den Urteilen der Analysten weder: Daniel Niles etwa gibt den IBM-Papieren ein Kursziel von 80 Dollar, was im Vergleich zum aktuellen Niveau ein leichtes Minus bedeuten würde. Die Experten von Goldman Sachs bekräftigten zwar ihre Anlageempfehlung "Outperform", wonach sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten besser entwickeln wird als der Durchschnitt der von den Analysten beobachteten Werte. Gleichzeitig senkten sie jedoch ihre Jahresgewinnprognose um 5 Cent auf 4,30 Dollar, da das Geschäftsfeld Microelectronics ihrer Ansicht nach erst später als erwartet profitabel sein wird. "Die Geschäftsbedingungen bleiben schwierig, und bereits kleinere Senkungen der Prognosen könnten die IBM-Aktie kurzfristig belasten", warnt Laura Conigliaro. "Dennoch bevorzugen wir zurzeit Werte wie IBM, die uns durch ihre defensiven Eigenschaften in diesem Marktumfeld sozusagen zusätzlichen Trost geben."

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