Aktie unter der Lupe
IBS hat noch viele Trümpfe in der Hand

Neuer Markt ganz ohne Skandale: Das Softwareunternehmen IBS hat noch nie enttäuscht. Statt auf lautstarke Selbstvermarktung konzentriert sich das Unternehmen lieber auf das eigene Geschäft. Das ist gut für die Bilanz, bremst aber die Entwicklung des Aktienkurses.

FRANKFURT/M. Eigentlich bringt die IBS AG all das mit, was Anleger bei Firmen des Neuen Marktes oft vermissen: Beachtliche Wachstumsraten, einen guten Namen in der Branche und ein branchenübergreifend einsetzbares Produkt, das zum Beispiel mit Audi und BMW bereits Vorzeigekunden gefunden hat. Letztere scheuen sich auch nicht, die Vorzüge der IBS-Software für das Qualitätsmanagement in der fertigenden Industrie öffentlich zu loben; vor Journalisten vor allem aber auch vor den untereinander in einem gnadenlosen Konkurrenzkampf stehenden Zuliefererbetrieben.

Einige von ihnen setzen bereits auf IBS. Jiri Pesak, beim Automobilzulieferer Johnson Controls für das Qualitätsmanagement verantwortlich, begründet die Entscheidung für das IBS-System damit, dass es die Zusammenarbeit von Entwicklung, Konstruktion und Produktion ermöglicht. Auf diese Weise würden Fehler in der Auftragsabwicklung frühzeitig erkannt, was nicht nur Kosten spare, sondern auch die Markteinführungszeiten neuer Produkte deutlich verkürze.

Erfahrenes Management

Anders als viele andere Firmen des Wachstumssegments zeichnet sich IBS durch ein erfahrenes Management aus: Sowohl der Vorstandsvorsitzende Klaus-Jürgen Schröder als auch der Vertriebs- und Marketing-Chef Volker Schwickert und der Finanzvorstand Erik Massmann verfügen über langjährige Erfahrungen in ihren Bereichen. Dass es die Bodenhaftung nicht verloren haben, stellt das Team Quartal für Quartal unter Beweis: Bislang hat es die Planzahlen immer erfüllt, meistens sogar übertroffen. Auch bei der Vorlage der Zahlen für das 4. Quartal 2001 in der kommenden Woche steht wohl keine böse Überraschung an. Nach Einschätzung von Consors Capital wird der Umsatz bei rund 12 Mill. Euro liegen, das ist etwas mehr als die Hälfte dessen, was IBS in den ersten neun Monaten umsetzte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde mit rund 1,7 Mill. Euro sogar etwas höher liegen als der nach den ersten neun Monaten.

So richtig in Schwung kommen will der Aktienkurs trotzdem nicht. Zwar klettert er seit Jahresbeginn unbeirrt nach oben; mit derzeit 11,50 Euro notiert das Papier jedoch immer noch gut ein Drittel unter dem Ausgabepreis. Auch gemessen am so genannten fairen Wert, den Sal. Oppenheim mit 18 Euro und Consors Capital bei 16,40 Euro veranschlagt, hätte die Aktie nach oben durchaus noch Luft.

Nach Einschätzung von Anne Gronski, die für Sal. Oppenheim die börsennotierten Anbieter von Industrie-Software analysiert, reicht die Marktkapitalisierung des Wertes nicht aus: "Für viele Fonds sind 150 Mill. Euro die Untergrenze." IBS bringt es aber noch nicht einmal auf eine Marktkapitalisierung von 100 Mill. Euro. Da der Streubesitzanteil seit dem Börsengang von 29 % auf über 40 % gestiegen ist, könnte der Titel von der bevorstehenden Neugewichtung der Indizes profitieren. Denn diese soll sich künftig am Streubesitz anstatt an der Gesamtzahl der Aktien orientieren. Vorläufig sei die IBS AG laut Gronski jedoch vor allem auf die Gunst der privaten Anleger angewiesen.

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