Aktie unter der Lupe
Kaufempfehlungen für Zeitarbeitsfirma Adecco

In Zeiten, in denen Arbeitsplatzabbau in vielen Firmen auf der Tagesordnung steht, wird auch das Geschäft mit der Zeitarbeit schwieriger. Aktienexperten, die gerade in schwierigen Situationen gerne auf Branchenführer setzen, empfehlen die Papiere des Schweizer Zeitarbeitskonzerns Adecco zum Kauf.

FRANKFURT/M. Ob das Unternehmen den hohen Erwartungen gerecht wird, dürfte die für heute angekündigte Vorlage der Neun-Monats-Zahlen zeigen. Mehrere namhafte Researchhäuser haben in den vergangenen Tagen Empfehlungen für die Aktie ausgesprochen. Sie vertrauen darauf, dass der international tätige Konzern weitgehend unabhängig von den aktuellen konjunkturellen Schwankungen agiert.

Mit Spannungen erwartet werden die Zahlen aber auch, weil bislang noch nicht klar ist, wie schwerwiegend die Folgen der Terroranschläge in New York und Washington für das Geschäft der in den USA zu den Markführern zählenden Zeitarbeitsfirma tatsächlich sind. Ende September hatte Finanzvorstand Felix Weber gesagt, er rechne nur auf kurze Sicht mit einem negativen Effekt. Auf mittlere Sicht, also in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten, erhofft sich das Unternehmen sogar eine positive Wirkung durch den eisernen Willen der Amerikaner, sich von den Terroranschlägen nicht unterkriegen zu lassen.

Sarasin-Analystin geht von Umsatzplus von 7 Prozent aus

Britta Simon, die das Unternehmen für das Schweizer Bankhaus Sarasin analysiert, rechnet damit, dass der in den ersten neun Monaten von Adecco in Nordamerika erwirtschaftete Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 % zurückgegangen ist. Dies werde jedoch überkompensiert durch die positiven Geschäftsentwicklung in anderen Regionen, die bis auf Frankreich zumeist zweistellige Wachstumsraten aufweisen dürften. Unter dem Strich geht Simon von einem Umsatzplus von 7 % auf rund 20,7 Mrd. Schweizer Franken aus.

Das gleiche Tempo traut die Sarasin-Analystin, die den Titel zum Kauf empfiehlt, auch der Ergebnisentwicklung zu: Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (Ebita) werde sich von 900 Mill. sfr im Vorjahreszeitraum auf 966 Mill. sfr erhöhen. Das entspricht einer Marge von 4,7 % und einem Gewinn je Aktie von 4,1 sfr pro Aktie.

Der 1996 aus der Fusion des Schweizer Zeitarbeitskonzerns Adia mit seinem französischen Konkurrenten Ecco hervorgegangene Unternehmen bietet seine Dienste in 58 Ländern an. Dank eines nahezu flächendeckenden Niederlassungsnetzes und eines großen Branchenspektrums sieht sich das Unternehmen in den meisten internationalen Regionen als Marktführer unter den Zeitarbeitsunternehmen.

Die Analysten der Deutschen Bank nahmen den Titel zum Wochenauftakt in ihre Liste europäischer Aktienempfehlungen auf. Sie verwiesen insbesondere auf den vergleichsweise hohen Weltmarktanteil von gut 12 %. Sie trauen Adecco zu, durchschnittlich 50 % mehr Gewinn pro Angestellten zu erwirtschaften als die Mitbewerber, zu denen neben Randstad und Vedior aus den Niederlanden auch das US-Unternehmen Manpower zählt.

Auch die Analysten von Credit Suisse First Boston halten den Titel für besonders empfehlenswert: Während sie Vedior und Randstad in der vergangenen Woche mit dem Anlageurteil "Halten" bewerteten, sehen sie die Adecco-Aktie als Kauf.

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