Aktie unter der Lupe
K+S: Salz für die Anti-Krisen-Suppe

Wenige deutsche Aktien liegen seit der Baisse im Plus - K+S ist eine davon: Zwar hat der Wert seit dem Höchststand knapp ein Drittel abgegeben. Doch verglichen mit dem März 2000 liegt das Papier des Salz- und Düngerherstellers 6 % im Plus - während der Dax 72 % verloren hat. Die gestern vorgelegten Jahreszahlen stimmen die Analysten weiter zuversichtlich. K+S sei gesund, gut aufgestellt und günstig, meinen die Experten.

FRANKFURT/M. "Die Zahlen haben positiv überrascht", sagt Hans-Peter Ewert, Analyst bei SEB. Der Umsatz ist um 4 % auf 2,26 Mrd. Euro gestiegen, der Jahresüberschuss Konjunktur bedingt um 12 % auf 103,8 Mill. Euro gesunken. Der Rückgang fiel damit geringer aus als von der Mehrzahl der Analysten erwartet. "Dass der Vorstand für 2003 nur einen vagen Ausblick gegeben hat, ist angesichts der schwer abzuschätzenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung verständlich", sagt Analyst Burkhard Sawazki von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Viel spricht nach Meinung der professionellen Beobachter dafür, dass die Aktie weiter besser läuft als der Gesamtmarkt. Sie empfehlen K+S als Salz für die Anti-Krisen-Suppe.

Die gute Wertentwicklung der Kasseler hat Gründe: "K+S gehört zu den Weltmarktführern im Kerngeschäft Kali- und Magnesiumdünger. Für den Wert spricht in der jetzigen Marktsituation der sehr defensive Charakter", sagt Eberhard Weinberger vom Vermögensverwalter Dr. Jens Erhardt Kapital. "K+S ist dank hoher Cash-Bestände und anderer Aktiva wie Immobilien enorm substanzhaltig." Zudem wirft die Aktie eine Dividendenrendite von knapp 6 % ab. Für die Finanzkraft des Unternehmens spreche auch, dass K+S 5 % der eigenen Aktien zurückkaufe, sagt Ewert und ergänzt: "K + S ist für uns ein klarer Kauf mit Kursziel 24 Euro."

Wie in der Bilanz 2003 könnten aber Analyst Sawazki zufolge - unabhängig vom gesunden Kerngeschäft - auch in diesem Jahr Abschreibungen auf Wertpapiere das Ergebnis drücken. K+S hat rund 100 Mill. Euro seiner liquiden Mittel in Wertpapieren angelegt, 20 % davon in Aktien. "Wenn die Börsen sich nicht erholen, könnte neuer Abschreibungsbedarf entstehen", sagt Sawazki.

Unter dem nicht unwahrscheinlichen Szenario sinkender Aktienkurse würde zwar das K+S-Ergebnis leiden. Der Aktienkurs könnte aber profitieren. "In den USA besteht eine Schieflage zwischen der relativ schwachen wirtschaftlichen Lage und den noch hohen Aktienbewertungen", sagt Ewert. Wenn es in den USA zu deutlichen Kursrückgängen komme, könne sich der deutsche Markt dem nicht entziehen - auch wenn deutsche Aktien bereits viel niedriger bewertet seien. "Für diesen Fall erwarte ich, dass K+S als sehr defensiver Wert viel besser laufen wird als der Markt", sagt Ewert.

Charttechnisch sieht K+S gut aus. Den seit Anfang 2002 bestehenden Abwärtstrend hat die Aktie vor einem Monat durchbrochen. Die Unterstützung bei 16 Euro hat gehalten. "Durch die Fundamentaldaten ist der Wert nach unten gut abgesichert", sagt Weinberger.

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