Aktie unter der Lupe
Lambda ist nur langfristig eine interessante Anlage

Lambda Physik kann sich mit einem neuen Laser gut am Markt positionieren - doch wohl nicht vor 2007, meinen Experten. Ein Engagement in die Aktie empfiehlt sich daher ebenfalls erst im Lanfrist-Horizont.

DÜSSELDORF. Lambda Physik liegt gut im Zeitplan: So genannte Extrem-Ultraviolett-Strahlquellen (EUV-Strahlquellen) sollen schon im kommenden Jahr an das englische Partnerunternehmen Exitech geliefert werden. Ursprünglich war dies erst für 2004/2005 vorgesehen. Der Auftrag, an dem auch Jenoptik beteiligt ist, sorgte daher in der letzten Woche für Euphorie an den Börsen. Die Lambda-Aktie notierte nach einem Plus von 13 % über acht Euro. Einige Analysten zeigten sich optimistisch, so änderte z.B. Dresdner Kleinwort Wasserstein die Einschätzung von "Add" auf "Buy". Die Nachricht, dass das Projekt jetzt mit bis zu 5 Mill. Euro vom Bund gefördert wird, wird die Aktionäre sicher erfreuen.

Der neue EUV-Laser, der zur Herstellung von noch leistungsfähigeren Mikrochip dienen soll, gilt als Schlüsselprojekt. Mit der Technologie könnte Lambda langfristig Marktanteile vor der ausländischen Konkurrenz gewinnen, ist Nord-LB-Analyst Ansgar Rauch überzeugt. Allerdings rechnet er mit einem Einsatz bei der Serienproduktion erst ab 2007.

Daher sei es noch zu früh, auf eine Erholung zu setzen, meint auch Maximilian Schöller vom Bankhaus Merck Finck & Co. Für langfristige Kursphantasie bei Lambda sorge vor allen Dingen die Lithographie-Sparte, in der Laser für die Produktion von Mikrochips gefertigt werden. Hier sieht es zurzeit aber noch schlecht aus. Mit einem Umsatzverlust von 55 % im Vergleich zum letzten Neunmonatsbericht musste Lambda in diesem Segment einen herben Einbruch wegstecken. Auftragsmäßig zeichnet sich eine Stabilisierung ab: Im dritten Quartal stieg der Gesamtbestand um knapp 32 % auf 29 Mill. Euro. Die Aufträge im Lithographie-Segment konnten sich auf niedrigem Niveau verdoppeln.

Maximilian Schöller warnt jedoch vor einem Strohfeuer. Die Chipbranche habe hohe Lagerkapazitäten aufgebaut. Erst wenn diese abgebaut seien, sei wieder mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen. Im Chipmarkt sei Lambda daher ein typischer Spätzykliker.

Die Industrie-Sparte erwies sich mit einem Umsatz von 41 Millionen Euro (Vorjahr: 42 Millionen Euro) als stabilisierender Faktor. Hier konnte Lambda von der positiven Entwicklung der Flachbildschirm-Industrie profitieren. Zudem werden von Lambda gefertigte Laser in Druckern verwendet. Ende Juni erhielt Lambda zum ersten Mal einen Auftrag aus der Automobilindustrie zur Bearbeitung von Zylinder-Oberflächen. Dies beflügelte den Kurs der Aktie jedoch nur kurzzeitig.

Auch im Bereich medizinische Laser verzeichnete Lambda mit 14,6 Mill. Euro einen Umsatzrückgang von rund 40 %. Dieser sei zum größten Teil auf Überkapazitäten im Bereich der Augenbehandlung zurückzuführen.

Das selbst gesteckte Umsatzziel von 100 Mill. Euro für das laufende Geschäftsjahr wird von den meisten Experten als bewältigbar eingeschätzt. Im kommenden Jahr könnte sich die Ertragslage leicht bessern, meint ING-Analyst Manuel Deimel. Impulse aus der Halbleiter-Industrie dürfte es jedoch frühestens Mitte bis Ende 2003 geben.

Auch bewertungstechnisch spricht wenig für einen Kauf zum jetzigen Zeitpunkt: Mit einem KGV von 19 für 2003 sei der Wert an sich fair bewertet, jedoch teuer im Vergleich zum Marktumfeld, erklärt Deimel.

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