Aktie unter der Lupe
L’Oréal setzt auf Geschäft mit Massenprodukten

Für das laufende Geschäftsjahr bleibt der französische Kosmetikhersteller L?Oréal optimistisch. In den ersten drei Quartalen konnte der Konzern den Umsatz um 8,6 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro steigern. Auch der Ausblick der Konzernleitung war bei der Veröffentlichung der Zahlen in der vergangenen Woche war positiv.

FRANKFURT/M. "Die Zahlen für die ersten neun Monate waren zwar zufriedenstellend, aber auch keine positive Überraschung", sagt Michael Otto, Analyst bei der Helaba Trust. Otto erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz von 14,9 Mrd. Euro und einen bereinigten Gewinn nach Steuern von 1,38 Mrd. Euro. Auch Tobias Mock, der bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) die L?Oréal-Aktie analysiert, war von den aktuell veröffentlichten Zahlen nicht überrascht: "Für den Konzern war es sicher eine Enttäuschung, dass die Umsätze zum ersten Mal stagnierten. Für das schwierige Marktumfeld sind die Zahlen aber noch sehr solide." Mocks Erwartungen für das verbleibende Geschäftsjahr sind aber auch eher nüchtern. "Ich rechne nicht damit, dass das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr noch sehr viel am Ergebnis ändern wird. Die Nachfrage nach Luxusartikeln wie Düften ist zurzeit nicht sehr hoch", erklärt HVB-Analyst Mock.

Gestern präsentierte auch der Konkurrent Wella seine Umsätze für das vergangene Quartal. "Das Wachstum war etwas stärker als bei L?Oréal, aber durch das hohe Innovationspotenzial ist L?Oréal sicher in der Lage, das wieder aufzuholen", erwartet Otto von der Helaba Trust.

Der Bereich Luxusgüter, mit den Marken Lancome und Helena Rubinstein, ist in den vergangenen Monaten weniger stark gewachsen als die Bereiche Massenmarkt und Professional Hair Care - Produkte, die in Friseursalons verwendet und verkauft werden. "Wir haben aber auch bei anderen Unternehmen festgestellt, dass das Geschäft mit Luxusgütern nur moderat wächst", erklärt Analyst Otto.

In der Sparte Professional Hair Care ist L?Oréal vor Wella die Nummer eins weltweit. Tobias Winkler, Analyst bei der WestLB Panmure, schätzt, dass dieser Bereich überproportional zum Ergebnis beiträgt. "Hier kann L?Oréal die höchsten Margen erzielen und ist in den vergangenen neun Monaten durch Produktneueinführungen am stärksten gewachsen", sagt der Analyst. Die größten Wachstumsmöglichkeiten sieht Winkler jedoch im Geschäft mit Massenprodukten, die in Drogerien und Supermärkten vertrieben werden. Hier baut L?Oréal zurzeit seine Marktanteile auch in den Schwellenländern aus. "Ich halte das für die richte Strategie hier zu expandieren, denn die Märkte in Brasilien und China werden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen", fügt Winkler hinzu.

Seit Jahren halten sich Gerüchte, dass L?Oréal am Kauf des Kosmetikunternehmens Beiersdorf interessiert sei. "Diese Gerüchte gibt es zwar schon lange, aber ich glaube nicht, dass L?Oréal tatsächlich Interesse an so einer Übernahme hat. Zum einen sind die internen Wachstumschancen beachtlich und zum anderen wird es bei so einer Akquisition sicher kartellrechtliche Bedenken geben", meint Helaba Trust-Analyst Otto, der erwartet, dass sich die L?Oréal-Aktie proportional zum Markt entwickeln wird. "Die Aktie ist zwar sehr teuer, aber als Marktführer hat der Konzern diesen Aufschlag durchaus verdient." Ottos Empfehlung für das Papier des Kosmetikherstellers lautet "neutral". Auch die Analysten Mock und Winkler gehen davon aus, dass die L?Oréal-Titel ähnlich wie der Gesamt performen werden. Kursziele werden mit 78 bzw. 79 Euro angegeben.

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