Aktie unter der Lupe
LVMH hat mit Luxusgütern gute Karten

Champagner für alle? Die Stimmung an der Börse und in der Wirtschaft ist nicht gerade prickelnd. Das heißt aber noch nicht, dass Investoren den Schaumwein meiden sollten. Denn an den Aktien des weltweit führenden Luxusgüterherstellers LVMH ist nach Ansicht von Analysten mittelfristig gut zu verdienen.

HB FRANKFURT. So rät Lehman Brothers zum Übergewichten, ING Financial Markets zum Kauf, und die Hypo-Vereinsbank erwartet eine Performance über dem Marktdurchschnitt. Odile Lange von der Deutschen Bank vergibt ein 12-Monats-Kursziel von 51 Euro.

Zugegeben - die Umsätze des französischen Konzerns stiegen im ersten Halbjahr 2002 mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 5,82 Mrd. Euro deutlich schwächer als erwartet. Die Gründe dafür waren der schwache Dollar und ein Umsatzausfall in Japan und Südkorea während der Fußballweltmeisterschaft im Juni. Doch die negativen Wechselkurseffekte dürften sich nicht auf das operative Ergebnis auswirken, da US-Dollar und Yen vorzeitig gehedged wurden, erklärt Franz Zendath von der Hypovereinsbank. Und die Umsätze in Japan sowie in Südkorea seien nach Abschluss der Meisterschaft bereits wieder gestiegen. Die Ergebniszahlen stehen am 12. September an; LVMH erwarte einen Zuwachs des operativen Ertrags von rund 15 Prozent.

Das zweite Halbjahr 2002 dürfte für die Franzosen günstiger ausfallen als das erste, meint Zendath. LVMH werde in diesem Zeitraum von einer günstigeren Vergleichsbasis, den abgeschlossenen Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogrammen sowie einer Vertriebsoffensive - der Einführung neuer Produkte sowie Neueröffnungen von Geschäftsstellen - profitieren. Obgleich das Luxusgütergeschäft mit Touristen zur Zeit noch "flau" verlaufe, sei durch die Aufwertung des Yens zum US-Dollar die Kaufkraft japanischer Touristen deutlich gestiegen - eine wesentliche Voraussetzung für eine künftige Belebung dieses Bereichs. Darüber hinaus werde LVMH eine weitere zyklische Erholung der internationalen Luxusgüterbranche zugute kommen, ist sich der Analyst sicher.

Auch Andrew Gowen und John Wakely, Analysten bei Lehman Brothers, erwarten bei dem französischen Konzern Kurspotenzial, stufen sie doch den Titel mit "Übergewichten" ein. Gowen lobt unter anderem, dass das Unternehmen bereits begonnen habe, Randbereiche abzustoßen, was die Last reduziere, die die Starmarken tragen müssen; neben Moet & Chandon zählen Louis Vuitton, Hennessey und Christian Dior dazu. Als stärker fokussierte Gesellschaft böten die Franzosen Kurschancen, zumal mit einer starken Erholung der Ergebnisse im Jahr 2003 zu rechnen sei. Vontobel-Analyst René Weber aus Zürich schränkt jedoch ein, bei der Veräußerung von Randbereichen habe der Luxusgüterkonzern bislang nur kleine Schritte unternommen, da bestehe Handlungsbedarf. So hält er einen Verkauf der Parfümeriekette Sephora und des Duty-Free-Shopping-Bereichs für sinnvoll.

Jedenfalls rechnen die meisten Analysten mit einem kräftigen Ergebniszuwachs: Nach Ibes-Konsensusschätzungen dürfte der Gewinn je Aktie von 1,52 Euro in diesem Jahr auf 1,93 Euro im Jahr 2003 steigen.

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