Aktie unter der Lupe
Magere Zeiten für McDonald’s

Anleger finden keinen Geschmack an McDonald?s: Nach der jüngsten Gewinnwarnung der weltweit größten Schnellrestaurantkette geben Investoren und Analysten die Hoffnung auf, dass der Kurs der Aktie sich kurzfristig erholt. Zurzeit markiert die Notierung ein Siebenjahrestief. Nun wird über die Ablösung von McDonald?s-Boss Jack Greenberg spekuliert.

NEW YORK. Mit McDonald?s geht es gleich in mehrfacher Hinsicht bergab: Die Kunden beißen nicht mehr so herzhaft in die Hamburger der Schnellrestaurantkette, die Ertragsprognosen für das laufende Jahr wurde gekürzt, der Kurs rauscht in die Tiefe und die Wertschätzung der Analysten ist auch dahin.

Die meisten Investmentstrategen der Banken haben ihre Einschätzungen für McDonald?s zurück genommen. Schlimmer noch: Mehrere Experten sehen in näherer Zukunft keine Hoffnung, dass es dem Buletten-Brater aus Illinois besser geht. JP-Morgan- Analyst John Ivankoe etwa kritisiert die Unternehmensstrategie und erwartet weiterhin schwache Ergebnisse. Auch Howard Penney, Aktienexperte bei Suntrust Robinson Humphrey beurteilt die Lage düster: "In den vergangenen zehn Jahren haben wir nicht mehr so viel Skepsis über McDonald?s erlebt."

Dabei hatte der Konzern noch Ende Juli seine Gewinnerwartungen erhöht. Doch der steigende Konkurrenzdruck in der Branche und die Skepsis der Verbraucher gegenüber Rindfleisch schadeten dem Geschäft. Hinzu kommt eine lange Liste interner Probleme. Eines davon ist der nachlässige Service. Zurzeit häufen sich die Klagen der McDonald?s-Kunden über mangelnde Sauberkeit der Filialen und unfreundliche Bedienung.

"Zahl der Läden zurückfahren"

Aktienexperten kritisieren vor allem McDonald?s traditionelle Expansionsstrategie. Allein in den vergangenen fünf Jahren wuchs die Zahl der Filialen um rund ein Drittel auf 30 000 Standorte. Zwar hat der Konzern angekündigt, in nächster Zukunft weniger neue Restaurants zu eröffnen als bislang geplant. Den Analysten geht dieses Zugeständnis jedoch nicht weit genug. "McDonald?s sollte nicht nur keinen weiteren Cent ins Hamburger-Geschäft pumpen, sondern auch die Zahl der Läden zurückfahren und sich auf eine Kerngruppe von Filialen konzentrieren", fordert Howard Penney. Die Unternehmenserklärung zur Mitte des Quartals habe allerdings deutlich gemacht, dass das Management zu solchen harten Entscheidungen nicht bereit sei.

Von anderen Seiten hagelt es ebenfalls Kritik an der Firmenleitung, vor allem an McDonald?s-Chef Jack Greenberg. Seit seinem Amtsantritt 1998 hat die Aktie rund 70 Prozent ihres Werts eingebüßt. Über Greenbergs Ablösung noch in diesem Jahr wird spekuliert. Der Imperiums-Vorsitzende selbst verbreitet dagegen Optimismus: "Unsere Marke und unser weltweites System sind noch immer stark, ebenso wie die Pläne zur Wende bei den Unternehmensergebnissen." Seine Hoffnungen beruhen offenbar auf der Einführung des so genannten Ein-Dollar-Menüs. Ab Anfang nächsten Monats soll eine Reihe von Burgern zu Niedrigstpreisen wieder Kunden zurückgewinnen. Konkurrenten wie Burger King und Wendy?s locken bereits mit ähnlichen Aktionen. Experten halten diesen Schritt dagegen für verheerend, weil er die Margen weiter nach unten drücken werde. "Die Billigstmenüs verheißen nichts Gutes für die Branche", sagt Analyst Jack Russo von der Investmentbank A.G. Edwards. "Dieser Preiskampf wird lediglich die Vergleichbarkeit der Verkaufszahlen erschweren."

Enttäuschung herrscht bei den Anlegern auch deshalb, weil McDonald?s einfach nicht aus dem Kurstief herausfindet. Weder ein neues Produktionssystem, die jüngsten Werbekampagnen noch ein neu strukturiertes Management brachten den Burgerbrater bislang zurück auf die Gewinnstraße. Investoren wie Experten wollen daher nicht länger auf die Wende warten: "Wir verlieren unsere Geduld mit den Versuchen der Firma, das US-Geschäft zu verbessern", sagt Jack Russo. Nicht einmal der niedrige Aktienpreis kann die Analysten noch dazu reizen, Kaufurteile für den Titel zu vergeben. "Der Geschäftsplan für die nächsten sechs bis zwölf Monate wird unserer Meinung nach keine Wertsteigerung schaffen", erklärt Suntrust-Robinson-Stratege Howard Penney. "Wir halten es schlicht für unwahrscheinlich, dass McDonald?s bald die Wende schafft."

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