Aktie unter der Lupe
Medigene ist wieder in aller Munde

Einen wahren Höhenflug erlebte zuletzt die Aktie des Medikamenten-Entwicklers Medigene. Wer langfristig denkt, hat an dem Wert auch in Zukunft noch Freude, meinen Analysten.

FRANKFURT/M. Wer sich die Kursentwicklung der Medigene-Aktie in den vergangenen zwei Wochen anschaut, der fühlt sich an gute alte Zeiten am Neuen Markt erinnert. Um über 120 % zog der Kurs des in Martinsried bei München angesiedelten Medikamenten-Entwicklers in dieser Zeit an. Kein Wunder also, dass am Freitag Gewinne mitgenommen wurden und die Aktie um über 10 % auf ein Niveau um 16 Euro abgab.

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen der Pharma- und Health-Care-Branche war die Medigene-Aktie bei den Analysten immer wohl gelitten. Trotzdem erlebte sie gerade im August einen vehementen Absturz. Die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA fielen dagegen für die Aktie relativ gelinde aus. Dass Medigene in letzter Zeit bei den Anlegern so gefragt war, lag für viele Analysten daran, dass der gesamte Biotech-Bereich fundamental unterbewertet ist. Positiv hinzu kommt bei Medigene deren Alleinstellungsmerkmal: Das Unternehmen ist im Gegensatz zu den vielen Medikamenten- und Informationsanbietern aus der Biotech-Ecke der einzige Medikamenten-Entwickler am Neuen Markt. Diesen Bereich halten Analysten für den lukrativsten, da dort langfristig das größte Marktpotenzial bestehe.

Große Sympathien bei den Analysten

Allerdings heißt das konkret: Für Medigene sind keine schnellen Erfolge zu erwarten, da dort die Heilmittel der Zukunft entwickelt werden. Allerdings hat sich das Unternehmen zuletzt durch eine insgesamt schlüssige Firmenpolitik die Sympathien der Analysten gesichert. "Medigene hat in letzter Zeit sieben klinischen Projekte weiter voran getrieben und den Unternehmenswert durch zusätzliche Patente, neue lizensierte Technologien und eine geschickte Personalpolitik verstärkt", beschreibt Markus Metzger von der Bank Vontobel die Situation.

Erste Erfolge aus den sieben klinischen Patenten sollen ab dem Jahr 2003 in der Bilanz sichtbar sein. Die zwei, dann zur Marktreife entwickelten Krebsmittel gegen Prostata- und Genitaltumore haben zwar nicht die Blockbuster-Qualitäten beispielsweise einer Aspirin. Ein Umsatzpotenzial von mindestens 50 Mill. Euro je Medikament ist jedoch eine realistische Größe, schätzt Markus Metzger. "Dann hat das Unternehmen zusätzliche finanzielle Flexibilität".

Durchbruch im Jahre 2006 möglich

Mit schwarzen Zahlen sei jedoch auch dann nicht zu rechnen. Das sei allerdings nicht beängstigend, da Medigene mit derzeit über 100 Mill. Euro noch über ausreichend finanzielle Mittel verfüge.

Olaf Stuhldreier vom unabhängigen Analysedienst Performaxx sieht jedoch auch Gefahren. "Wenn etwas bei der Genehmigung schief läuft, steht die Unternehmensfinanzierung auf wackeligen Beinen", befürchtet er. Medigene habe in letzter Zeit viel Geld ausgegeben. Zwar habe ihm das Unternehmen versichert, dass es kein Problem wäre, dann neue Geldgeber aufzutreiben. Hier sei jedoch immer auch die Kapitalmarktsituation entscheidend.

Der ganz große Durchbruch könnte Medigene 2006 gelingen, wenn ein Mittel gegen Herzinsuffizienz auf den Markt kommen soll. Dann rechnen die meisten Analysten auch mit schwarzen Zahlen. Positiv bewerten sie auch, dass Medigene inzwischen in den USA vertreten ist. Zwei Projekte wurde dort akquiriert. "Man muss als Medikamenten-Entwickler einfach in den USA präsent sein", so Performaxx-Analyst Stuhldreier. Wichtig ist die Nähe zur Genehmigungsbehörde FDA und den dortigen Wissenschaftlern.

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