AKTIE UNTER DER LUPE: Pensionskosten belasten Dupont

AKTIE UNTER DER LUPE
Pensionskosten belasten Dupont

Erwartungen übertroffen, doch der Kurs fällt - zu Recht meinen viele Analysten. Schließlich hat der US-Chemiekonzern viele Probleme. Das drückt die Gewinnprognosen.

NEW YORK. Zuerst eine Gewinnwarnung und dann doch die Erwartungen der Analysten übertreffen - mit diesem Kunststückchen hat der zweitgrößte US-Chemiekonzern Dupont den Markt in Atem gehalten. Noch Mitte Januar erklärte der Konzern aus dem US-Bundesstaat Delaware, man erwarte für das abgelaufene vierte Quartal 2002 nur einen Gewinn zwischen 31 und 33 Cent je Aktie und liege damit etwas niedriger als die ursprüngliche Prognose. Tatsächlich fiel der Gewinn im Schlussquartal dann doch etwas üppiger aus: 35 Cent pro Papier, mehr als das Dreifache des Vorjahresquartals und nach Konzernangaben der erste Umsatzanstieg seit neun Quartalen - auch wenn Dupont wegen hoher Rückstellungen das Jahr mit einem Nettoverlust abschloss.

Dem Aktienkurs indes bekommt das Hin und Her schlecht. Während Dupont mit einem Kurs von rund 45 $ in das neue Jahr startete, notiert die Aktie momentan bei gut 37$, also nur noch wenig über dem Tiefstand von September. Die Analysten stufen ihre Erwartungen weiter zurück - wie William Young von Credit Suisse First Boston, der sein Anlageurteil von Neutral auf "Underperform" (unterdurchschnittliche Marktentwicklung) zurücknahm und damit für weiteren Verkaufsdruck sorgte. Als Grund nennt Young die steigenden Rohstoffpreise: "Die Auswirkungen der höheren Kosten für Öl und Gas sind bisher nur zum Teil in die Bilanz eingeflossen. Üblicherweise zeigt sich bei Dupont in diesem Bereich eine Verzögerung von vier bis sechs Monaten, und deshalb wird vor allem das laufende erste Quartal im Vergleich zum Vorquartal stark unter Druck geraten."

Zudem ist ein Ende der Preisspirale möglicherweise noch nicht erreicht, sagt Merrill-Lynch- Analyst Donald Carson. "Wegen der geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten lässt sich nur schwer vorhersagen, welche Auswirkungen die steigenden Kosten annehmen. Aber selbst wenn alle sonstigen Bedingungen konstant bleiben, würde ein Ölpreis-Zuwachs von 10 % den Gewinn pro Aktie um rund 12 Cent verringern."

Als weiteren Grund zur Sorge nennen Analysten die hohen Kosten für Pensionszahlungen. Wie viele andere Firmen leiden auch Dupont-Pensionsfonds unter der Börsenschwäche. "Die Belastung bei den Pensionen ist für das laufende Jahr viel schlimmer, als wir angenommen hatten", sagt Mark Gulley von Bank of America. Er schätzt, dass die steigenden Kosten den Gewinn pro Aktie um rund 15 bis 20 Cent reduzieren werden, "aber es könnten auch noch mehr werden". Viele Banken kürzen aus ähnlichen Gründen seit Wochen die Kursziele und Gewinnerwartungen für die Dupont-Aktie: Donald Carson senkte seine Jahresprognose von 2,15$ auf 1,75$. P.J. Juvekar von Salomon Smith Barney nahm das Kursziel von 50 auf 45 $ zurück.

Helfen könnte Dupont allerdings seine konjunkturabhängige Positionierung, meint P.J. Juvekar. Er rechnet damit, "dass viele Portfolio-Manager bald wieder aus defensiven Titeln aussteigen und sich in zyklischere Titel wie Dupont einkaufen, sobald sie wieder Vertrauen in die Wirtschaft gefasst haben." Auch Donald Carson bewertet die Aktie als "einen der Kandidaten, die als erste von einem Konjunkturaufschwung profitieren wird".

Doch Dupont-Chef Chad Holliday bremste unlängst die Erwartungen für das erste Jahresquartal, die im Schnitt mit einem Gewinn pro Aktie von 64 Cents rechnen: Rund 55 Cents würden erreicht, kündigte Holliday an.

Quelle: Handelsblatt

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