Aktie unter der Lupe
Peugeot hält Anleger bei Laune

Frankreichs Autobauer Peugeot Citroën und die Gründerfamilie haben sich gegen eine Übernahme gut gesichert. Um nun dem flauen Börsentrend zu trotzen, wird die Aktie gesplittet.

PARIS. Wer zum Wochenstart einen Blick auf seine Peugeot-Position im Depot geworfen hat, wird zwei Schrecksekunden erlebt haben. Die erste: Der Kurs der seit Januar um ein Drittel gestiegenen PSA-Aktie wurde plötzlich nur noch mit einem Viertel des Wertes zu Jahresbeginn ausgewiesen.

Doch die PSA-Aktie wird seit Montag im Verhältnis sechs zu eins gesplittet notiert. Das sorgt dann für die zweite, angenehme Überraschung: Die gesplittete Aktie legte gegenüber dem Freitagsschluss um gut 1,5 % auf 54 Euro zu -- und sie wird damit wieder in Richtung des Höchststands (346 Euro) vom Mai tendieren, wie es bei ABN-Amro heißt. Das Investmenthaus empfiehlt Peugeot-Citroën zum Kauf.

Mit der Aufteilung möchte Peugeot-Vorstandschef Jean-Martin Folz die Aktie, die bisher zu den sperrigsten Anlagegütern im Pariser Leitindex Cac 40 gehörte, für private Anleger wieder leichter erschwinglich machen. Diesen tut Peugeot derzeit gern einen Gefallen. Denn Michelin und die Société Générale, die zusammen mit dem Baukonzern Lafarge Referenzaktionäre des Autoherstellers sind, haben ihre Anteile an der Gesellschaft vor kurzem reduziert.

Kapitalrendite soll weiter steigen

Mit seinen beiden Marken Peugeot und Citroën ist der Konzern nach Verkäufen der größte französische Autohersteller, und hinter der Volkswagen-Gruppe der zweitgrößte in Europa. International ist die Gruppe allerdings relativ klein. Sie ist nicht an anderen Herstellern beteiligt und sichert sich ihre Stückzahlvorteile über internationale Partnerschaften - zuletzt in einem Abkommen zur Produktion von Dieselmotoren mit Ford Motor Co.

"Diese Allianz und die perfekte Beherrschung der Dieseltechnik positionieren Peugeot ganz vorne bei dieser Technik", bemerkt ein ABN-Amro-Analyst, der außerdem auf den starken Zuwachs an Neuzulassungen der beiden Marken in einem eher von Flaute geprägten Markt verweist.

Folz will die Performance der Gruppe weiter steigern. Die Kapitalrendite soll "in nächster Zeit" auf 13,5 % steigen. 2000 waren es 11,1 %. Als operative Marge im Automobilbau wird 6,0 % angestrebt - ABN Amro rechnet damit 2004.

Absicherung gegen unerwünschte Aufkäufer

Die Gründerfamilie des traditionsreichen Unternehmens betrachtet die Aktie offensichtlich als exzellentes Investment, denn sie hat ihren Anteil am Kapital der Gesellschaft inzwischen wieder auf ein Viertel gesteigert. Mehrfachstimmrechte garantieren ihr 40 % in den Hauptversammlungen. So sichert sie sich gegen unerbetene Eindringlinge im Aktionärskreis ab. Peugeot galt unter Analysten in den vergangenen zwei Jahren immer mal wieder als attraktiver Kaufkandidat.

Doch zerfällt der Familienbesitz in mehrere Pakete. Von diesen ist der über die Familienholding Foncière Financière et Participation S.A. (FFP) gehaltene Block von 19 % am wichtigsten. Die FFP ist indes im Visier von spekulativen Käufern, da ihr Börsenwert deutlich unter dem Wert ihrer Beteiligungen liegt. 85 % der FFP-Aktiva entfallen auf ihre PSA-Aktien. So hat sich der undurchsichtige Investor Vincent Bolloré in die FFP eingekauft.

Daher hat das Management unter Jean-Martin Folz noch einen zweiten Bremskreis in das Unternehmen eingebaut: Das Unternehmen wird in einer neuen Runde wiederum eigene Aktien vom Markt abschöpfen. Im November, wenn die gesetzliche Mindestfrist zwischen zwei derartigen Aktionen ausläuft, werden auf diese Weise dann voraussichtlich 9,3 % der PSA-Aktien annulliert - der letzte derartige Kraftakt kostete den Konzern 1999/2000 gut 1,7 Mrd. Euro.

Das hält den Kurs hoch, hebt aber auch den Ertrag je Aktie. Diese Kennziffer liegt nach Angaben des Merrill-Lynch-Analysten Stephen Reitmann übrigens deutlich unter dem Marktdurchschnitt: Trotz der Gewinnsteigerung 2000 und der guten Aussichten für das laufende Jahr wird die Aktie immer noch mit einem Abschlag auf den Branchendurchschnitt gehandelt. Auch seine Empfehlung lautet: Einsteigen.

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