Aktie unter der Lupe: Philips will durch Sparen wieder gesund werden

Aktie unter der Lupe
Philips will durch Sparen wieder gesund werden

Philips-Chef Gerard Kleisterlee hat eine Menge guter Vorsätze für das neue Jahr: Er will den Geschäftsrückgang beenden, langfristig zehn Prozent Umsatzwachstum erreichen und dazu ein Kostensenkungsprogramm durchziehen.

BRÜSSEL. Viel zu tun. Analysten jedenfalls begrüßen trotz einiger Skepsis den aktuellen Kurs des niederländischen Elektronikkonzerns.

Langjährige Philips-Mitarbeiter aber haben so ihre Erfahrungen mit Umbau- und Kostensenkungsprogrammen: In den 90er Jahren versuchte sich der damalige Chef Jan Timmer am "Centurion-Plan", der jedoch auf halben Weg steckenblieb. "Philips ist im Grunde seit 20 Jahren eine Baustelle", sagt Didier Scemama, Analyst bei ING Barings. Dem aktuellen Philips-Boss traut er im Gegensatz zu dessen glücklosen Vorgängern jedoch zu, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Kleisterlee hat sich in die Tradition der Philips-Baumeister eingereiht. Eine Milliarde Euro will er bis zur zweiten Jahreshälfte 2003 sparen, an die "niedrig hängenden Früchte", die Verwaltungskosten will er ran, wie er in einem Interview sagte. Ursprünglich hatte sein Sanierungskonzept nur einen jährlichen "Ernte-Ertrag" von 300 Mill. Euro vorgesehen. Doch warum sollte jede Konzern-Division eine eigene Personalabteilung haben? Zu dem angekündigten Stellenabbau von rund 12 000 Arbeitsplätzen kämen jetzt noch weitere Streichungen dazu, sagt der Philips-Chef.

Kurs bewegt sich seitwärts

Das freut die Analysten, Kleisterlees Sanierungsplan räumen sie Chancen ein: "Das schafft er leicht", sagt Frits de Vries von Rabo Securities. Den Kurs der Philips-Papiere haben die Ankündigungen des Vorstandschefs bisher jedoch nicht beflügelt: Er bewegt sich zur Zeit seitwärts unterhalb der 35 Euro-Linie. "Dass es bei Philips noch ein größeres Spar-Potenzial gibt, war im Markt bekannt", meint Analyst de Vries. Viele Anleger seien zudem schon nach dem Einbruch der Aktie auf rund 18 Euro im vergangenen September eingestiegen. Damals war das Papier stark unterbewertet.

Trotz eines Nettoverlustes im 3. Quartal von rund 800 Mill. Euro kehrt das Vertrauen in den niederländischen Elektronikkonzern zurück. Die Branche erwartet, dass sich vor allem das Halbleitergeschäft, das im vergangenen Jahr vom Gewinn-Motor des Konzerns zum Verlustbringer mutierte, wieder erholt. Im 4. Quartal habe sich der Auftragseingang stabilisiert, gab Kleisterlee kürzlich bekannt.

Weitere Anzeichen nähren den Optimismus der Analysten: Die großen PC-Hersteller verkaufen im 1. Quartal des neuen Jahres so viel wie im vorherigen. "Normalerweise sackt der Umsatz aber um rund 10 Prozent ein", sagt de Vries. Auch die Philips-Weihnachtsverkäufe bei DVDs seien besser gewesen als erwartet. Langfristig habe das Philips-Papier daher Potenzial. Nach einer Seitwärtsbewegung im ersten Halbjahr 2002 auf dem Level von 35 Euro rechnet de Vries langfristig mit einem Kursziel von 45 Euro. ING-Barings-Analyst Scemama ist ein wenig zurückhaltender: Wenn Kleisterlee seine Sparziele einhält, sieht er das Philips-Papier bei 40 Euro.

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