Aktie unter der Lupe
Plambeck hat sich fein gemacht

Der große Tag steht zwar erst nach Weihnachten an, mächtig herausgeputzt hat sich die Braut aber bereits schon diese Woche: Mit vielen positiven Informationen trat die Cuxhavener Plambeck Neue Energien AG in dieser Woche vor die Analysten, um sich ihr Wohlwollen auch für die Zeit nach dem 27. Dezember zu sichern.

FRANKFURT/M. Dann nämlich gehört der Windpark-Projektierer zu den ausgewählten Werten des Nemax 50 und kann sich wohl breiterer institutioneller Beachtung sicher sein. Nach Umweltkontor ist Plambeck damit das zweite Unternehmen der Branche unter den großen 50.

Wichtigste Nachricht für die Analysten war, dass Plambeck seine Prognosen für das laufende und das kommende Jahr bestätigte. Konkurrent Umweltkontor musste hier zuletzt seine Erwartungen zurückschrauben. Im laufenden Jahr rechnet Plambeck demnach weiterhin mit einem Umsatz von 200 Mill. Euro bei einem Gewinn vor Steuern (Ebt) von 20 Mill. Euro. Die Cuxhavener haben es damit geschafft, die durch eine Änderung im gesetzlichen Genehmigungsverfahren verursachten Verzögerungen durch das Vorziehen anderer Projekte zu kompensieren. "Hier wurden andere Projekte eben schneller realisiert", lobt Henrik Lier von West LB Panmure.

Läuft alles nach Plan, sollen 2002 Umsatz und Gewinn um jeweils 50 % steigen. Die Aussichten dafür sind gut. Mit der Übernahme von 80 % am französischen Windkraft-Spezialisten Ventura S.A. wurde erst letzte Woche der Einstieg in den französischen Markt vollzogen. Neben Deutschland, Polen, Spanien und Irland ist Plambeck damit bereits in fünf Ländern mit konkreten Projekten vertreten. Schon bald könnten Italien und Großbritannien dazukommen, wie Plambeck-Vorstandschef Wolfgang von Geldern andeutete.

Analysten sind positiv eingestellt

Positiv aufgenommen wurde auch, dass das Unternehmen ab dem 1. Januar den Bereich Biomasse in eine eigene Gesellschaft ausgliedern will und sich die Plambeck Neue Energien AG damit rein auf den Bereich Windenergie fokussiert. Eine Maßnahme, die Ralph Struthoff von Concord Effecten begrüßt, schließlich werde so das Wachstumspotenzial im Biomasse-Segment gesichert.

Für eine positive Überraschung sorgte auch die Aussage, dass Plambeck inzwischen in Deutschland Projekte mit einem Volumen von 1 450 Megawatt bzw. 1,7 Mrd. Euro in der Realisierung oder in Auftrag hat. Diese Projekte sollen ab dem Jahr 2003 mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 % realisiert werden, rechnen die Analysten vom Bankhaus M.M. Warburg und empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf. Schließlich habe Plambeck mit der gefüllten Projektpipeline auch sein künftiges Wachstum gesichert.

Überhaupt ist die breite Masse der Analysten der Plambeck-Aktie gegenüber positiv eingestellt. Das Unternehmen befinde sich in einer auch international soliden strategischen Position, lobt Axel Funhoff vom Londoner Bankhaus Bear, Stearns & Co. Er empfiehlt sie weiter zum Kauf bei einem Kursziel von 28,40 Euro. Derzeit notieren Plambeck bei 23,60 Euro. Skeptischer hingegen sieht WestLB-Panmure-Analyst Lier die Situation, obwohl er die Aktie gestern von "underperform" auf "neutral" hochstufte. Er hält die Aktie auf derzeitigem Niveau für zu teuer. "Die hohe Kursperformance hat meiner Ansicht nach mit dem kürzlich erfolgten Rückkauf von 1,1 Mill. Aktien zu tun", so Lier. Wenn diese im kommenden Jahr für Akquisitionen eingesetzt werde, könnten die Papiere auf den Markt zurückkommen, befürchtet er. Zusätzlich sorgten auch Aktien aus der vor einem Jahr erfolgten Übernahme von Norderland Nature Energy, die inzwischen keiner Haltfrist mehr unterworfen sind, für Gefahr.

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