Aktie unter der Lupe
Puma-Aktie macht riesigen Satz

Puma-Chef Jochen Zeitz hat jahrelang gebetsmühlenartig darauf verwiesen, dass Größe im Sportartikel-Markt nicht alles ist. Seit Jahresbeginn hat der Manager nun bewiesen, dass er recht hat.

HANDELSBLATT, 30.10.2001

MÜNCHEN. Puma-Chef Jochen Zeitz hat jahrelang gebetsmühlenartig darauf verwiesen, dass Größe im Sportartikel-Markt nicht alles ist. Seit Jahresbeginn hat der Manager nun bewiesen, dass er recht hat: Der Wert der Puma-Aktie hat sich verdoppelt, während die Papiere der weitaus umsatzstärkeren Marktführer Nike und Adidas-Salomon nach heftigen Ausschlägen derzeit knapp unter dem Niveau vom Januar dümpeln.

Damit noch nicht genug: Mit momentan rund 25 ? habe die Puma-Aktie ihr Potenzial noch lange nicht ausgereizt, finden beispielsweise die Analysten von ABN Amro, die am vergangenen Freitag das Kursziel bei 40 ? ansetzten. Zuvor hatten die Banker lediglich ein Ziel von 30 ? für die Puma-Aktie genannt.

Weiter steigende Kurse erwarten auch die Experten der Bankgesellschaft Berlin, die für den Sport-Titel eine Hochstufung in Aussicht stellen. Derzeit bewerten sie das Papier noch mit "akkumulieren".

Puma erreicht Umsatzziel früher als geplant

Die positive Haltung der Analysten hat seine Gründe: Puma hat in diesem Jahr sämtliche Prognosen erfüllt, ja sogar übertroffen. Schon vergangenes Jahr waren die Franken besser, als sie selbst vorhergesagt hatten. Und die Aussichten sind nach wie vor gut: Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute werden die Herzogenauracher ihr Umsatzziel von 1 Mrd. DM schon 2001 erreichen, ein Jahr früher als geplant, kündigte Zeitz vergangene Woche an.

Die Leistung kann sich sehen lassen: Von Januar bis September kletterten die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um satte 25,5 % auf 475,8 Mill. ?. Noch rasanter stieg der Gewinn: Das Vorsteuerergebnis legte um 130 % auf 47 Mill. ? zu, der Jahresüberschuss um 141 % auf 29,1 Mill. ?.

Ganz wichtig: Puma hat die Produktionskosten im Griff. Die in der Branche viel beachtete Rohertragsmarge kletterte im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr von 37,6 % auf 42,4 %. Zum Vergleich: Adidas-Salomon lag zum Halbjahr mit 43,3 % nur leicht darüber. Die Rohertragsmarge misst den Anteil des Betriebsgewinns am Netto-Umsatz.

Das Risiko, dass Puma in den kommenden Wochen und Monaten auf seinen Sportschuhen und Trikots sitzen bleibt ist gering. Der Auftragsbestand für Auslieferungen bis in die ersten Monate nächsten Jahres liegt momentan fast um die Hälfte höher als im Vorjahr.

Umsatz soll weiter zweistellig steigen

Angesichts dieser Vorgaben hat sich Zeitz für 2002 einiges vorgenommen: Der Umsatz soll noch einmal zweistellig steigen. Zum Gewinnwachstum halten sich die Franken allerdings bedeckt. Dennoch: ABN Amro rechnet jetzt für 2002 mit einem Gewinn je Aktie von 2,48 ? gegenüber 2,18 ? im laufenden Jahr.

Puma stemmt sich damit gegen die Durststrecke, die der Sportartikelbranche droht. Zwar konnte auch Wettbewerber Reebok im dritten Quartal die Gewinne stark steigern. Der US-Sportartikelfabrikant warnte vor Wochenfrist allerdings davor, die Konsumenten könnten sich bis weit ins nächste Jahr hinein mit Einkäufen zurück halten.

Auch die weltweite Nummer eins, Nike, gab sich zuletzt wegen der unsicheren Lage der Weltwirtschaft sehr zurückhaltend, ob sich die Käufer wie erwartet mit Sportausrüstung eindecken würden. Puma hingegen sieht momentan keine Einbrüche durch die nahende Rezession. "Jetzt zeigt sich unsere Markenstärke", kommentierte ein Sprecher die Zuversicht. Vor allem in den nach wie vor stark wachsenden Bereichen Beauty, Wellness und Lifestyle sei die Marke mit dem Raubtier gut positioniert.

Pumas größter Wettbewerber hier zu Lande, die Adidas AG, -Salomon wird die Zahlen für den Zeitraum von Juli bis September am 6. November vorlegen. Die Analysten von Goldman Sachs haben vergangene Woche ihre Ertragsprognosen für das Unternehmen im dritten Quartal deutlich zurück genommen. Um die glänzende Performance der Puma-Aktie zu erreichen, muss sich Adidas also noch mächtig anstrengen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%