Aktie unter der Lupe
P&T Technology weht ein rauer Wind ins Gesicht

Dass sich der Wind oftmals schneller dreht als erwartet, ist gerade dem Windpark-Projektierer P&T Technology nicht fremd. Dass aber die in der vergangenen Woche vorgelegten Halbjahreszahlen für die bis dato relativ unbescholtene P&T-Aktie zu solch starkem Gegenwind führen würde, überraschte selbst das Unternehmen.

FRANKFURT/M. Auf den firmeneigenen Internet-Seiten (www.pt-technology.de) stehen noch immer nur wohlwollende Analystenratings, das letzte vom 6. August von der Hamburger Sparkasse ("kaufen").

Doch gerade unter den Analysten hat sich in den vergangenen beiden Woche der Wind um 180 Grad gedreht. Der Grund dafür ist einleuchtend: Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr lediglich um 2,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 25,2 Mill. Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sackte allerdings von 0,9 Mill. Euro auf minus 2,5 Mill. Euro ab. Das führte dazu, dass im Gesamtjahr lediglich noch 320 statt der ursprünglich angepeilten 400 Mill. Euro umgesetzt werden sollen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll statt der anvisierten 23 Mill. Euro nur noch 11 Mill. Euro betragen. Schlagartig stuften gut ein halbes Dutzend Banken ihre Ratings für die P&T-Aktie herab. Ihr Kurs sackte innerhalb von nur zwei Tagen um etwa 40 % nach unten und hat sich seither nicht mehr von diesem Rückschlag erholt.

Das Vertrauen der Analysten ist vorerst dahin. Für Ralph Struthoff von Concord Effekten kommen dabei mehrere Faktoren zusammen. Zu den vom Unternehmen bereits aufgeführten Verzögerungen bei Projekten kommen seiner Ansicht nach noch Probleme beim Vertrieb von Fondsanteilen sowie eine geringer als erwartet ausgefallene Projektpipeline für dieses Jahr im In- und Ausland. Zudem begrenzen die liquiden Mittel von lediglich 4,7 Mill. Euro die Möglichkeit der Vorfinanzierung von Projekten, so Struthoff. Hier habe die hohe Personaldecke, die auf Umsätze von mehr als 400 Mill. Euro ausgelegt sei, zu einem Cash-Abfluss von rund 7,5 Mill. Euro in den ersten sechs Monaten geführt. Mit diesen Problemen ist P&T übrigens nicht allein. Auch Konkurrent Plambeck musste zuletzt von solchen Problemen berichten. Hier stiegen die Personalkosten im ersten Halbjahr um 80 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu P&T sagt Analyst Struthoff seither jedenfalls statt "strong buy" nur noch "hold".

Bedenken über die Geschäftsmodelle der deutschen Windparkprojektierer

Ähnlich gehen viele andere Analysten mit der P&T-Aktie um. Die Norddeutsche Landesbank beispielsweise stufte die Aktie von "halten" auf "reduzieren" zurück. Wie viele Wettbewerber habe wohl auch P&T Schwierigkeiten, genügend Kommanditistenkapital einzusammeln, um den Bau ausländischer Windparks voranzutreiben, so die Meinung von Frank Schwope von der Nord LB. Das überrascht ihn umso mehr, da P&T durch sein Emissionshaus EECH bereits über mehr als 30 Mitarbeiter im Bereich Fondskonzeption und-vertrieb verfügt und eine Beteiligung am Kapital des Finanzdienstleisters Matrix Global Investments hält.

Die Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt sagen nur noch "hinzufügen" statt "kaufen". Sie beklagen zudem die geringe Aussagefähigkeit für das Gesamtjahr und äußern grundsätzliche Bedenken über die Geschäftsmodelle der deutschen Windparkprojektierer. Für die Aktie spreche jedoch, dass sie nach dem starken Kursrückgang in der vergangenen Woche deutlich unter Buchwert gehandelt wird und daher ein gewisses Erholungspotenzial aufweist. Das Kursziel geben die HSBC-Analysten mit 2,70 Euro an. Auf ähnlichem Niveau - konkret bei 2,60 Euro - sehen die Experten der Landesbank Rheinland Pfalz (LRP) den fairen Wert der Aktie.

Die deutlichste Rückstufung kam in der vergangenen Woche jedoch vom Bankhaus Merck, Finck und Co. Analyst Philip Bonhoeffer, der bisher zum Kauf der Aktie riet, empfiehlt sie nun zum Verkauf. Neben der Möglichkeiten, dass sich Projekte verzögern könnten, sieht er weiteres Gefahrenpotenzial: P&T will bis zum Jahresende das Kapital seiner Fondstochter EECH (European Energy Consult Holding) von 55 % auf 90 % erhöhen, wodurch die Zahl der frei handelbaren Aktien von 11,5 auf 13,5 Mill. Euro steigen soll. Weiterer Druck könnte dadurch auf die P&T-Aktie entstehen, so Bonhoeffer.

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