Aktie unter der Lupe
Quartalszahlen könnten den Kurs von Repower belasten

Mangels Konkurrenz kam der Hamburger Repower Systems AG in diesem Jahr eine ungeahnte Beachtung zu: Der Entwickler und Produzent von Windkraftanlagen stellte bisher die einzig nennenswerte deutsche Neuemission in diesem Jahr dar.

FRANKFURT/M. Scharen von Investoren, Analysten und Journalisten drängten sich vor etwa zwei Monaten in einen vollkommen überfüllten Präsentationsraum. Sogar in Großbritannien genoss die Aktie unter Großanlegern hohe Aufmerksamkeit, bestätigt Martin Henrichs von JP Morgan.

Heute wird es für Repower erneut ernst. Die Firma präsentiert ihre Zahlen für das erste Quartal. Skeptisch äußerten sich bereits im Vorfeld die Experten von ABN Amro. Sie schließen aus den jüngsten Äußerungen von Repower-Seite, dass die Daten schwächer als die entsprechenden Vergleichszahlen des Vorjahreszeitraumes ausfallen könnten. Anlagen in einer Größenordnung von 10,5 Megawatt (MW) seien in den ersten drei Monaten 2002 verkauft worden gegenüber 14 MW vor einem Jahr.

Die ABN Amro-Experten befürchten deshalb, dass die Veröffentlichung der Quartalzahlen den Aktienkurs kurzfristig negativ beeinflussen könnte. Die Repower-Aktie, die Ende März zu 41 Euro ausgegeben wurde, verlor in der ersten Mai-Hälfte bis auf 32 Euro. Anschließend erholte sie sich wieder bis auf 37,50 Euro.

Trotz dieses Negativ-Einflusses, der heute drohen könnte, bleiben die ABN-Amro-Experten langfristig positiv gestimmt. Sie fügen beschwichtigend hinzu, dass das Geschäft mit Windkraftanlagen sehr saisonal geprägt sei und solchen Zahlen kein allzu großes Gewicht beizumessen ist. Sie raten deshalb weiterhin zum Hinzufügen ("add").

Für Phantasie sorgte die am Dienstag bekannt gegebene Meldung, dass Repower den Prototypen seiner so genannten MM70-Anlage mit einer Nennleistung von 2 MW und einem Rotordurchmesser von 70 Metern im Schleswig-Holsteinischen Bosbüll errichtet hat. Im Herbst soll dann die Serienproduktion dieser für windreiche ausländische Regionen entwickelten Anlage beginnen.

Bis zum Jahresende sollen in Bosbüll noch eine weitere MM 70 sowie eine 1,5 MW-Anlage mit dem Namen MD 70 errichtet werden. Diese drei Anlagen mit insgesamt 5,5 MW sollen dann die bisherigen fünf 250 Kilowatt-Anlagen dort ablösen. In einem reifen Markt wie Deutschland sei das Repowering, insbesondere bei Windturbinen der Megawatt-Klasse, ein attraktiver Zukunftsmarkt, heißt es von ABN Amro.

Zum Kauf empfehlen weiterhin die Analysten von Schroder Salomon Smith Barney (SSSB) und der Vereins und Westbank - die Aktie. Beide Banken saßen bereits beim Börsengang im Konsortium. ABN Amro nahm die Aktie erst anschließend in ihr Research-Programm auf.

Für das Gesamtjahr rechnen die SSSB-Experten mit einem Umsatz von 247,1 Mill. Euro, was einem Plus von 68 % im Vergleich zu 2001 entsprechen würde. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll um 61 % auf 29,6 Mill. Euro anwachsen. Sie stützen ihre Schätzungen unter anderen auf die hohen Zuwachsraten von durchschnittlich 37 % bereits zwischen 1993 und 2000.

Diese Entwicklung könnte sich durch den Trend hin zu sauberer Energie weiter anhalten, heißt es. In eine neue Dimension des Anlagenbaus will Repower bis 2005 vorgestoßen sein: Dann soll eine 5 MW-Anlage für den Einsatz im Meer ("off-shore") marktreif sein. Wegen der hohen Beanspruchung dort und einer Reihe technischer Barrieren steht Repower allerdings noch ein hoher Entwicklungsaufwand ins Haus.

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