Aktie unter der Lupe
Renault hat seine besten Zeiten noch vor sich

Unter Frankreichs Autowerten galt die Renault-Aktie stets als das geeignete Papier für Investoren, die den Markt abbilden wollen. Wem es dagegen nur um die Rendite ging, bevorzugte PSA Peugeot Citroën. Doch glauben Analysten, dass sich die Anlagepräferenzen bald ändern könnten. Denn die Allianz mit Nissan sichert Renault nach einer Goldman-Sachs-Studie global entscheidende Betriebsgrößenvorteile.

PARIS. Und Nissans Gewinnbeitrag gibt den Franzosen nun schon im zweiten Jahr ordentlich Schub. Zudem erwartet Renault in den nächsten zwei Jahren eine Flut neuer Modelle, mit denen der Konzern seine unerwartet günstige Ausgangspositionen weiter verbessern könnte. Der Pariser Broker Fideuram Wargny setzt daher nach Veröffentlichung der für Renault günstigen Absatzzahlen des ersten Halbjahrs 60 Euro als neues Kursziel.

Die Aktie des von der Börse derzeit mit 12,7 Mrd. Euro bewerteten Konzerns notiert derzeit bei knapp 44 Euro und ist für Privatanleger durchaus zugänglich. Das im Pariser Leitindex Cac 40 geführte Papier geht in Paris auch an flauen Tagen mit gut sechsstelligen Stückzahlen um, in Deutschland ist der Markt enger. Renaults Kapital ist nicht in festen Händen: Der Staat hält noch knapp 27 % des Kapitals, Nissan 15 %, rund 3 % liegen bei Angestellten und 3 % stimmrechtslos in den eigenen Depots des Konzerns. Der Rest läuft am Markt um.

Renault leidet schon lange an hohen Vorlaufkosten und Verzögerungen beim Einstieg in die Oberklasse. Inzwischen ist die auf der Plattform des Laguna II gebaute Edel-Limousine Vel Satis am Markt. Auch das Luxuscoupé Avantime taucht immer öfter im Straßenbild auf. Das neue Modell des erfolgreichen Minivans Espace, der erstmals kostengünstig auf eigenen Bändern gefertigt wird, startet in diesem Jahr. Wie viel Geld sich mit diesen Modellen verdienen lässt, ist auch bei Renault umstritten.

Der Kraftakt hat den Wechsel der kleinen und Mittelklasse-Modelle lange aufgehalten. Oft hängte die PSA-Konkurrenz den teilstaatlichen Konzern mit pfiffigen Autos in der Gunst der Käufer ab. Doch auch nach etlichen Produktionsjahren halten sich Renaults Massenmodelle Twingo, Clio und Mégane wacker in den Zulassungsstatistiken.

Jetzt kommt beim Volumenmodell Mégane die Wachablösung. "Das wird wieder wiederum das margenstärkste Renault-Modell werden", heißt es bei Fideuram Wargny. Analysten trauen der von Design-Chef Patrick Le Quément wagemutig gezeichneten Golfkonkurrenten einen ordentlichen Ertragsschub für Renault zu. In den nächsten zwei Jahren werden auch die anderen Kleinwagen des Konzerns ersetzt. Dann dürfte bei Renault die Kasse wieder klingeln. Lehman Brothers erwartet, dass damit das Vorsteuerergebnis des Konzerns um bis zu 1,5 Mrd. Euro steigt - deutlich mehr als der zuletzt ausgewiesene Jahresüberschuss. So steht der Analystenkonsens nach Berechnungen des Börseninformationsbüros Jacques Cahine Finance auf 3,91 Euro Reingewinn je Aktie für das laufende und 5,90 Euro für das kommende Jahr.

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