Aktie unter der Lupe
Software-Firma FJA kann sich bei Riester bedanken

Als Spezialist für Softwareprodukte im Bereich der Altersvorsorge stehen dem Unternehmen FJA realistische Umsatz-Potenziale offen. Doch schon seit geraumer Zeit zählt das Neue-Markt-Unternehmen zu den Soliden des Segments.

MÜNCHEN. Der Hersteller von Software für Versicherungen FJA gehört zu den wenigen Werten am Neuen Markt, die sich relativ stabil gegen den Verfall gestemmt haben. Das Unternehmen profitiert seit Jahren von einer stabilen Auftragslage und hat seine Prognosen bislang immer erfüllt oder übertroffen. Die Umstellung auf Riester-Renten hat bei den Versicherern starken Bedarf für entsprechende Softwareentwicklungen entfacht. "Für die Versicherer ist es ein Muss-Produkt", freut sich Firmenchef Manfred Feilmeier. Auch der schleppende Verkauf der Riester-Produkte könne dem Softwarelieferanten nichts anhaben.

Selbst für den Einbruch der Aktie Mitte März von 70 auf unter 55 Euro hat Feilmeier eine einfache Erklärung: "Das ist eine ganz normale technische Reaktion auf die Aufnahme in den Nemax Mitte März. Vor der Aufnahme ist unser Kurs wie bei den anderen Kandidaten stark angestiegen und nach der Aufnahme wieder gefallen." Derzeit belaste die starke Zurückhaltung der institutionellen Anleger das Segment.

Bis zum Jahresende sieht Feilmeier den Kurs der Aktie auf einem Niveau zwischen 60 und 70 Euro. Gestern Vormittag fiel das Papier in einem schwachen Gesamtmarkt um rund 6 % auf 49,33 Euro. Mit seiner Prognose liegt der FJA-Chef konform mit den Einschätzungen der Analysten. Die Hypo-Vereinsbank sieht die Aktie beispielsweise zwischen 63 und 68 Euro als fair bewertet. In ihrer positiven Einschätzung sehen sich die Analysten von einer Studie der Gartner Group bekräftigt, die den Versicherern einen erheblichen Nachholbedarf bei ihren IT-Investitionen attestiert.

Nach den Quartalszahlen deutet alles darauf hin, dass der Spezialist für Softwareprodukte im Bereich der Altersvorsorge das angekündigte Wachstum von 25 % erreichen wird. "Wir liegen aus heutiger Sicht voll im Plan", sagt Feilmeier. FJA peilt einen Umsatz von 135 Mill. Euro und eine Gewinn vor Steuern und Zinsen von 25,4 Mill. Euro an.

Im ersten Vierteljahr erhöhte sich der Umsatz auf 29,7 Mill. Euro von 25,8 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich auf 5,1 Mill. Euro nach 3,9 Mill. Euro belaufen, teilte FJA jetzt mit.

Damit lag das Unternehmen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Rahmen der Analystenerwartungen. Torsten Schellscheidt von der WestLB Panmure hatte mit einem Ebit 4,66 Mill. Euro und einem Umsatz von 30. Mill Euro gerechnet. Das Unternehmen profitiert seiner Auffassung nach nicht nur von der Riester-Rente, sondern auch von der steigenden Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge. Auch Schellscheidt sieht gute Chancen, dass Feilmeier seine Prognosen erreichen wird. Die Schätzungen des Analysten für das Gesamtjahr 2002 liegen allerdings etwas unter dem Ausblick des FJA-Managements.

Die WestLB Panmure hat die FJA-Aktie bei einem Kursziel von 65 Euro als "Outperformer" eingestuft, die Hypo-Vereinsbank ebenso. Schellscheidt bemängelt lediglich, dass FJA im Ausland noch nicht richtig Fuß gefasst hat. Fast 90 % der Erlöse werden im Inland erzielt. Feilmeier hatte bei der Bilanzvorlage im März erklärt, dass man insbesondere in den USA, Großbritannien sowie in Osteuropa über Akquisitionen nachdenke. Konkrete Pläne gebe es aber derzeit keine. Laut Schellscheidt kämen für FJA Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 30 Mill. Euro in Frage.

Hypo-Vereinsbank-Analystin Friederike Herkommer vermisste bei den Quartalszahlen neue Aufträge, die die positiven Prognosen belegen. Feilmeier meint dazu, dass demnächst einige größere Aufträge abgeschlossen würden. Dabei handele es sich um Software, die den Versicherern ermögliche, die staatlichen Zulagen zu den Riester-Produkten zu bearbeiten.

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