Aktie unter der Lupe
Starbucks ist heißer Analysten-Favorit

Die US-amerikanische Kaffeehaus-Kette Starbucks wächst rasant - auch in Deutschland. Weil nicht nur Umsatz, sondern auch Gewinne bislang kräftig spruldeln, raten die meisten Analysten zum Kauf der Aktie. Allerdings zeigen sich einige Bankexperten skeptisch, weil der weitere Verlauf des Wachstums unklar ist.

NEW YORK. Zum zwölften Mal in Folge hat die US-Kaffeehauskette Starbucks Anfang der Woche die Anleger mit steigenden Gewinnen erfreut - und damit zum zweiten Mal nacheinander die Erwartungen der Analysten und des Managements übertroffen.

Der Gewinn in Filialen, die seit mindestens einem Jahr bestehen, stieg im November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 10 % auf einen Nettoertrag von rund 300 Mill. $. Bereits vor wenigen Wochen hatte Starbucks Rekordergebnisse für das jüngst abgelaufene Geschäftsjahr und das vierte Jahresquartal mit Umsatzzuwächsen über 25 % veröffentlicht.

Das Erfolgsgeheimnis des größten Spezialitäten-Kaffeehändler der Welt ist seine rasante Expansionspolitik. Im vergangenen Geschäftsjahr eröffnete das Unternehmen mehr als 1 100 neue Filialen und besitzt jetzt rund 6 000 Kaffeehäuser in aller Welt, etwa ein Sechstel davon außerhalb der USA. Bis 2005 soll die Gesamtzahl auf 10 000 Filialen steigen. Auch auf dem deutschen Markt, in den Starbucks im Mai einstieg, läuft offenbar alles nach Plan: Vertriebspartner Karstadt- Coffee erklärte jüngst, mit der Bilanz der ersten sechs Monate höchst zufrieden zu sein und im nächsten Jahr wie geplant 20 weitere Cafés an den Start zu bringen.

Analysten sind beeindruckt. "Die Geschwindigkeit, mit der Starbucks neue Filialen eröffnet, ist weiterhin grundsolide und erfüllt den Zeitplan des Unternehmens", erklärt Skip Carpenter von der Investmentbank Thomas Weisel Partners. Auch Analyst Mark Kalinowski von Salomon Smith Barney sagt: "Mit der Zeit könnte die Zahl der Starbucks-Filialen sich sogar dem McDonald's-Konzept annähern."

Zu Gute kommt Starbucks dabei die Fähigkeit, sich Absatzmärkte selbst zu schaffen. Starbucks habe etwa eine Vorreiterrolle für Kaltkaffee-Produkte übernommen, sagt Scott Waltmann: "Noch vor einigen Jahren gab es diese Sparte quasi gar nicht, und heute wächst der Bereich jährlich und zieht insbesondere jüngere Verbraucher an."

Sorge bereitet einigen Analysten dagegen die Kostenseite, "Die gestiegenen Betriebskosten in den Filialen und für die Infrastruktur setzen die Umsatzrenditen unter Druck und haben die robusten Ergebnisse im vergangenen Quartal zu großen Teilen aufgehoben", sagt Skip Carpenter. Unter anderem seien die Löhne der Mitarbeiter und die Ausgaben für Reparaturen gewachsen. Durch langfristige Verträge mit Kaffeelieferanten habe sich Starbucks zwar gegen steigende Preise auf dem Weltmarkt geschützt, sagt Scott Van Winkle. Sollte der Rohstoffpreis allerdings weiter fallen, profitiert das Unternehmen auch nicht. Skeptisch äußert sich Matt DiFrisco von Gerald Klauer Mattison. Er hat die Aktie zurzeit in seiner Ersteinschätzung auf "Underperform" (unterdurchschnittliche Markterwartung) gesetzt. Grund: "Starbucks tritt jetzt in eine reifere Wachstumsphase ein, die sowohl langsamer sein wird als auch weniger vorhersehbar."

Wall-Street-Strategen bewerten die Starbucks-Aktie daher zurzeit nicht uneingeschränkt positiv: Von 17 Empfehlungen, die die Nachrichtenagentur Bloomberg aktuell verzeichnet, lauten neun auf Kauf und sieben zum Halten von Starbucks-Titeln. Hinzu kommt die hohe Bewertung der Aktie von aktuell rund 21$. Nach Meinung der meisten Experten ist das Aufwärtspotenzial allerdings noch nicht ausgeschöpft, und in den kommenden zwölf Monaten könnte sich die Aktie ihren Schätzungen zufolge noch auf 26 bis 28 Dollar verbessern.

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