Aktie unter der Lupe
Starbucks lockt Kaffee-Kenner und Investoren gleichermaßen

Starbucks, die kultige US-Kaffeehauskette, kommt bald nach Deutschland. Während Gourmets den Kaffee schätzen, mögen Analysten vor allem die Aktien des Konzerns aus Seattle.

DÜSSELDORF. "Wir erwarten, dass Starbucks langfristig stark wachsen wird, besonders im Ausland", sagt Kristine Koerber, Analystin beim US-Finanzdienstleister W.R. Hambrecht & Co. in San Francisco. Sie erneuerte vor kurzem ihre Kaufempfehlung. "Ich glaube, Starbucks sollte in keinem Depot fehlen", sagt Koerber.

Die Kette serviert die verschiedensten Kaffeegetränke, vom ganz normalen Kaffee über Milchkaffee mit Haselnussgeschmack bis zum eiskalten Frappuccino. Die weißen Papierbecher mit dem grünen Starbucks-Logo sind in den USA Kult.

Derzeit beschäftigen die Kaffeekocher 47 000 Angestellte in mehr als 4 400 Läden weltweit. Die Expansionspläne sind ehrgeizig: In vier Jahren will Starbucks bereits 10 000 Filialen betreiben. Seit März expandiert die Kette auch auf dem europäischen Kontinent. In der Schweiz hat sie zusammen mit der Bon appétit Group in diesem Monat das vierte Geschäft eröffnet. Im Dezember startet das Gemeinschaftsunternehmen auch in Österreich, mit der ersten Filialeröffnung in Wien.

"Wir nähern uns Deutschland", sagt Mark McKeon, Präsident von Starbucks Coffee für Europa, den Nahen Osten und Afrika in London. Spekulationen über einen baldigen Start hier zu Lande mag er nicht näher kommentieren. Er arbeite aber intensiv daran, einen deutschen Partner zu finden, verrät McKeon.

Mut macht dem Starbucks-Manager der unerwartet erfolgreiche Start in der Schweiz. Erstaunt war McKeon, wie gut der "Caramel Macchiato" (Cappuccino mit Karamel und Vanille-Geschmack) ankam. Zuvor hatte Starbucks gefürchtet, das Getränk sei zu süß für den alpenländischen Geschmack. Stattdessen ist der "Caramel Macchiato" in der Schweiz beliebter als irgendwo sonst auf der Welt.

Starbucks Anteil am US-Markt für Spezial-Kaffee (7,5 Mrd. $) wird auf ein Viertel geschätzt. Dieser Marktanteil könnte auf 50 % steigen, sagt Analystin Koerber. Die Aktien hält sie derzeit für niedrig bewertet, weil sie nahe an ihrem 52-Wochen-Tiefs notieren. Sie erwartet aber, dass der Kurs erst nächstes Jahr anzieht, wenn das Boomjahr 2000 aus den Vorjahresvergleichen verschwunden ist.

Skeptischer ist Mark Kalinowski, Analyst bei Salomon Smith Barney in New York. Er hat jüngst seine Empfehlung von "Kaufen" auf "Neutral" zurückgenommen. Langfristig bleibe die Aktie zwar interessant, sagte Kalinowski. Doch kurzfristig seien die Aussichten nicht so gut.

Wachstum hat sich verlangsamt

Die Preise für Milchprodukte und Kaffeebohnen seien ungünstig, und das Wachstum in den Läden habe sich verlangsamt. Starbucks wurde auch vom allgemeinen Wirtschaftsabschwung in den USA getroffen. Wenn ein Anleger die Aktie zehn Jahre lang halten wolle, dann sei Starbucks eine gute Wahl, sagt Kalinowski. "Vor 30 Jahren startete McDonald's die Expansion in Europa. Damals wäre die McDonald?s-Aktie eine großartige Anlage gewesen", meint er, "Starbucks kann man mit McDonald's vergleichen."

John Glass, Analyst der Deutsche- Bank-Investmentsparte in Boston, bleibt dagegen bei seiner Kaufempfehlung. "Die Firma ist in den letzten zehn Jahren phänomenal gewachsen, sowohl national wie international. Und das Kaffeegeschäft bringt gute Gewinne", sagt Glass.

In Deutschland muss Starbucks jedoch gegen bereits etablierte Konkurrenten wie Balzac Coffee und Woyton antreten. Starbucks-Manager McKeon findet diese Aussicht jedoch sogar ermutigend: "Wir freuen uns, dass besondere Kaffeeprodukte in Deutschland im Blickpunkt stehen. Denn das heißt, dass das Angebot auch nachgefragt wird."

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