Aktie unter der Lupe
Süße Aussichten bei Lindt & Sprüngli

Der traditionsreiche Schweizer Schokoladefabrikant Lindt & Sprüngli kann trotz der schlechten Konsumstimmung Umsatzsteigerungen vorweisen. Analysten belohnen die guten Konzernergebnisse mit den besten Noten für die Schoko-Aktie. Auch für das Weihnachtsgeschäft sind Konzernspitze und Aktienanalysten optimistisch.

DÜSSELDORF. Allen braven Kindern, die gestern ihre geputzten Schuhe vor die Tür gestellt haben, bringt der Nikolaus heute Nüsse, Mandarinen und Schokolade. Die besonders braven bekommen einen Lindt Schokoweihnachtsmann, denn für den muss Sankt Nikolaus etwas tiefer in die großen Taschen seines roten Mantels greifen.

Denn statt in der Konsumflaute mit Tiefpreisen Kunden zu locken, hält die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG an ihren Premium-Markenartikeln im hochpreisigen Segment fest - und das mit großem Erfolg. Aufgrund steigender Kakaopreise hat das Schweizer Unternehmen die Preise in diesem Jahr sogar erhöht. Trotzdem konnte Lindt & Sprüngli im ersten Halbjahr 2002 den Konzernumsatz - Währungseffekte herausgerechnet - um über sechs Prozent auf 640 Millionen Franken steigern. Für das kommende Jahr erwartet Konzernchef Ernst Tanner ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 7 Prozent.

Und auch das Weihnachtsgeschäft dürfte nach Einschätzung des Lindt & Sprüngli-Chefs nicht schlechter ausfallen als in den vergangenen Jahren. Der Voreinkauf der Händler sei gut verlaufen. "Man kann zurzeit beobachten, dass Konsumenten an Stelle einer mittelpreisigen Markenschokolade eher zu einer noch günstigeren No-Name-Schokolade greifen. Im Premiumbereich wird dagegen nicht gespart. Als weltweit führender Anbieter in diesem Segment ist Lindt genau richtig aufgestellt", erklärt René Weber, Analyst bei der Bank Vontobel.

Diese süßen Aussichten belohnen Analysten mit positiven Empfehlungen für die Aktien des Schokoladefabrikanten - die mit einem Preis von rund 8 300 Franken die mit Abstand teuersten Titel in der Schweiz sind. "Die Lindt & Sprüngli-Namensaktie ist in der Schweiz eine Art Liebhabertitel. In Zürich gehört es fast zum guten Ton, diese Papiere im Depot zu haben", erklärt Ronald Wildmann, Analyst bei der Bank Leu.

Nur Inhaber der Namensaktie dürfen an der Hauptversammlung teilnehmen, bei der jedem Aktionär ein fünf Kilo schweres Paket mit feinsten Lindt-Produkten überreicht wird. Die 140 000 Lindt & Sprüngli-Namensaktien werden auf dem Schweizer Parkett kaum gehandelt. "Diese Aktien werden eher vererbt als verkauft", sagt Aktienexperte Wildmann.

Analysten halten diesen Aspekt für sehr negativ, denn wegen des geringen Handelsvolumens würden sich institutionelle Anleger mit Investitionen zurückhalten. Wer an den soliden Gewinnen des Unternehmens aus Kilchberg am Zürichsee teilhaben möchte und nicht 8 300 Franken für eine Namensaktie aufbringen will, kann in Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli investieren, die zu zehn Prozent des Aktienwertes gehandelt werden. Wildmann empfiehlt, die Partizipationsscheine zu halten - sein Kursziel lautet 900 Franken.

Weber von der Bank Vontobel hält die Bewertung der Lindt & Sprüngli-Partizipationsscheine zwar für überdurchschnittlich gegenüber anderen kleineren Foodanbietern, aber aufgrund des überdurchschnittlichen Wachstums sei diese Bewertung gerechtfertigt. "Ich sehe für die Titel kein großes Kurspotenzial nach oben, aber man muss auch sagen, dass das Risiko nach unten auch nur sehr gering ist", erklärt Weber.

Quelle: Handelsblatt

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