Aktie unter der Lupe
Syskoplan erinnert an bessere Börsenzeiten

Nach einem schwachen Jahresauftakt präsentierte das Unternehmen nun für das dritte Quartal wieder "grundsolide Zahlen", wie die Analysten des unabhängigen Analysehauses Performaxx anmerkten.

FRANKFURT/M. An der Börse kann man immer noch positiv überrascht werden: Zwar geht es seit der ersten Oktoberhälfte an den Börsen langsam wieder bergauf, doch ein Kursplus von 100 % innerhalb der letzten sechs Wochen würde selbst in Haussezeiten weit aus der Masse herausragen. Der Aktie des Gütersloher IT-Dienstleisters Syskoplan gelang dieses außergewöhnliche Kunststück.

Der Grund dafür ist relativ simpel: Nach einem schwachen Jahresauftakt präsentierte das Unternehmen nun für das dritte Quartal wieder "grundsolide Zahlen", wie die Analysten des unabhängigen Analysehauses Performaxx anmerkten. Sie beziehen sich dabei auf die Ebit-Marge von 8,8 % für die ersten neun Monaten, mit der Syskoplan aus der Masse heraus ragt. Allerdings hat man damit die außergewöhnlich guten 14,3 % des Vorjahreszeitraumes bei weitem verfehlt.

Unternehmenschef Jochen Meier führt gleich zwei Gründe dafür an, dass Umsatz und Ergebnis nun unter den Vergleichszahlen des Jahres 2001 liegen. Zum einen hielten sich die Kunden wegen der aktuellen wirtschaftlichen Situation zum Teil zurück. Zum anderen war das Geschäftsjahr 2001 für Syskoplan ein extrem gutes Jahr. Das Unternehmen realisiert speziell auf den Kunden zugeschnittene Softwarelösungen und bedient sich als Basis der Standardsoftware von SAP, Siebel, Microsoft oder namhafter Größen der Szene.

Entsprechend groß war die Verunsicherung, als Ende des Jahres enttäuschende Zahlen gemeldet werden mussten, zu denen vor allem die Auslandstöchter in den USA und in Irland beitrugen. Der nächste Tiefschlag kam im Sommer, als aus dem gleichen Grund die Planungen für das laufende Jahr reduziert werden mussten. "In den USA sind wir derzeit zwar noch nicht über den Berg, aber in einem positiven Trendkanal", sagt Jochen Meier nun. Jedenfalls ist der Verlust vom ersten zum dritten Quartal beinahe halbiert worden.

Inzwischen ist Meier auch zuversichtlich, für 2002 mindestens einen Jahresumsatz auf Vorjahreshöhe zu erzielen. Die Planung sieht eine Spanne zwischen 54 Mill. und 58 Mill. Euro vor, entsprechend einem Gewinn pro Aktie zwischen 40 und 45 Cent. Das entspräche einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13. Für weitere Phantasie sorgt der hohe Cash-Bestand von 28,6 Mill. Euro zum 30. September.

Zum Vergleich: Beim Börsengang vor zwei Jahren hat Syskoplan 27,1 Mill. Euro eingenommen. Da mit dem US-Unternehmen Care Gain bisher nur eine Beteiligung (20 %) eingegangen wurde, hat sich der Cash-Bestand kontinuierlich erhöht. In Care Gain investierte Syskoplan 1,5 Mill. $. Der Lösungsanbieter aus dem Gesundheitswesen biete die üblichen Chancen und Risiken eines Start-ups , sagt Meier.

Das große Fragezeichen bei Syskoplan ist freilich die Entwicklung im kommenden Jahr. Wegen der depressiven Wirtschaftslage könnte es zu weiteren Einschnitten innerhalb der IT-Branche kommen; so lauten die Prognosen. Die Ziele für 2003 sollten deshalb auch nur durch Akquisitionen zu erreichen sein, glaubt Matthias Dürr von der DZ Bank. Da das Unternehmen ein negatives organisches Wachstum aufweise, sieht er das mittelfristige Potenzial der Aktie begrenzt. "Akkumulieren" lautet deshalb seit Urteil für die Aktie.

Jochen Meier hat den Ruf nach Akquisitionen bereits vernommen und die Fühler ausgestreckt. Mit drei Unternehmen sei er derzeit im Gespräch, so der Syskoplan-Chef. In den nächsten sechs Monaten soll es zum Abschluss kommen. Bei den Kandidaten ist für ihn vor allem die Ergebnisseite von Bedeutung. Schließlich will er die eigene Gewinnmarge durch eine Akquisition nicht belasten.

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