Aktie unter der Lupe
Systemhaus PC Ware trotzt der Software-Flaute

Eigentlich löst der Software-Index des Neuen Marktes bei Anlegern meist einen kalten Schauer aus. Nur zwei der zehn Branchen-Indizes des Wachstumssegments haben sich noch schlechter entwickelt: Der Internet- und der Medien-Sektor. Doch keine Regel ohne Ausnahme:

scc FRANKFURT/M. Die Leipziger PC Ware Information Technologies AG überraschte zuletzt gegen den Branchentrend mit starken Zahlen. Nach neun Monaten wurden die für das gesamte Geschäftsjahr angestrebten Umsätze und Ergebnisse schon annähernd erreicht. Anschließend schraubte das nach eigener Bekenntnis "auf Software fixierte IT-Haus" das Umsatzziel für das laufende Jahr (zum 30. März) von 305 auf 330 Mill. Euro herauf und kündigte an, auch das geplante Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 8,1 Mill. Euro zu übertreffen. Für die Analysten der Sachsen LB bleibt die Aktie trotz eines Kursanstiegs von 40 % seit Jahresbeginn ein "Outperformer".

Das Unternehmen stellt aber noch mehr gute Nachrichten in Aussicht: "Die Zahlung einer Dividende bleibt unser Ziel", sagt Unternehmenschef Knut Löschke. Voraussichtlich im Juni sollten deutlich höhere Planzahlen für das kommende Geschäftsjahr veröffentlicht werden, fügte Finanzchefin Jutta Horetzky hinzu. Grund hierfür ist Beteiligung an der Schweizer IT-Gesellschaft Bison zum 1. April 2002. Die Eidgenossen erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 48 Mill. Euro bei einem Ebitda-Gewinn von 2,6 Mill. Euro. Bison ist die erste Auslandstochter, die PC Ware nicht vollständig übernimmt. Während die Gesellschaften in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Italien den Leipzigern zu 100 % gehören, beläuft sich der Bison-Anteil nur auf 70 %. Löschke lobt die Kompetenz der Schweizer im Bereich IT-Lösungen im System- und Netzwerkbereich. Zudem schließe der Zukauf eine Lücke in Mitteleuropa. Mittelfristig sei auch die Expansion nach Nord- und Osteuropa geplant.

Trotz der internationalen Expansion bleibt Deutschland für PC Ware der wichtigste Markt. Das Unternehmen zählt hier nach eigenen Angaben zu den fünf umsatzstärksten Systemhäusern. Dass PC Ware sich im Gegensatz zu vielen Konkurrenten immer noch an ordentlichen Gewinnen erfreut, führt Horetzky darauf zurück, dass das Unternehmen seien Kerngeschäftsfeldern treu blieb und "windige Akquisitionen" trotz zahlreicher Angebote vermied. Letzteres schlägt sich auch in der Bilanz nieder: Die liquiden Mittel belaufen sich auf stolze 68 Mill. Euro.

Für Solidität stehen aber auch viele der Kunden, zu denen viele Banken zählen. Nicht ohne Stolz verweist PC Ware dabei auf die Deutsche Bank, die Hypovereinsbank und die Commerzbank. Die Kundenliste zieren Löschke zufolge aber auch Adressen aus dem Öffentlichen Dienst: "Vor allem Finanzverwaltung, Polizei und Bundeswehr sind in Sachen IT entgegen der landläufigen Meinung weit fortgeschritten."

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