Aktie unter der Lupe
Teleplan teilt Analysten in zwei Lager

Für und Wider halten sich beim niederländischen Reparatur-Dienstleister Teleplan derzeit die Waage: Günstig bewertet, aber Probleme mit der Integration zugekaufter Unternehmen. Solide finanziert, aber eine deutlich spürbare Zurückhaltung innerhalb der Kundschaft. Ein Mix, der zuletzt Spekulanten anzog.

tf DÜSSELDORF. Verkehrte Börsenwelt bei der Teleplan-Aktie: Nachdem die im vergangenen Monat veröffentlichten Quartalszahlen schlechter als von Analysten erwartet ausfielen, machte der Kurs einen Sprung von bis zu 45 %. "Damals herrschte am Markt große Erleichterung", erinnert sich Christoph Rehbach von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Nach der Gewinn-Warnung des Konkurrenten EMTS hätten die Marktteilnehmer mit dem Schlimmsten gerechnet. Der hohe Kursausschlag als Reaktion auf den Pessimismus ist indes symptomatisch für die Nervosität der Anleger. Gerade die am Neuen Markt notierten Unternehmer leiden unter dem Vertrauensverlust der Investoren auf Grund gefälschter Zahlen und zu optimistischer Prognosen.

Die jüngste Korrekturen seien jedoch zum größten Teil auf Verluste durch den schwachen US-Dollar zurückzuführen, meint Commerzbank-Analyst Cengiz Sen. Die niederländische Reparatur-Firma erzielt rund 60 % ihres Umsatzes in Nord-Amerika. Dabei gibt es weiterhin vieles, was für das Unternehmen spricht: Das Kerngeschäft, die Reparatur und Wartung von Computergeräten und-zubehör ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt und zudem relativ konjunkturresistent. Im Mittelpunkt stehen so genannte After-Sales-Leistungen: Teleplan übernimmt beispielsweise für Computerhersteller Reparatur-Arbeiten, die während der Garantie anfallen. Der Hersteller wiederum spart durch das Outsourcing von Service-Leistungen Kosten. Hier wird allerdings auch das derzeitige Dilemma deutlich, in dem Teleplan steckt. Dadurch, dass die Kunden aus der Industrie im Moment beim Thema Outsourcing sehr zurückhaltend agieren, sehen die Experten von Helaba Trust sogar die operativen Ziele für das laufende Geschäftsjahr gefährdet.

Die momentane Schwäche im PC-Verkauf spielt für diesen Markt nur eine untergeordnete Rolle: "Für Teleplan kommt es weniger auf die laufende Absatzentwicklung von Computern, sondern auf die installierte Basis an", erläutert Sen. Auch, dass Teleplan für unterschiedliche Branchen tätig ist, scheint erfolgversprechend. So soll der Anteil am Consumer Electronics Geschäft von 7-8 % im Jahre 2001 bis auf 20 % im laufenden Jahr anwachsen. Mit dem europäischen Exklusivvertrag über die Wartung der X-Boxen von Microsoft hat sich Teleplan einen potenten Kunden an Land gezogen.

Intransparente Akquisitionen

Ein Risikofaktor, der Anleger immer wieder abschreckt, ist jedoch die aggressive Akquisitionspolitik von Teleplan. Viele Experten sind skeptisch, ob es gelingt, die Vielzahl verstreuter Unternehmsteile zu einem organischen Ganzen zu integrieren. Mit steigender Anzahl von Beteiligungen wächst zudem die Intransparenz, es wird schwerer zu sagen, wo genau Gewinne entstehen. Bei Teleplans Expansionsstrategie bleiben die Meinungen gespalten. Während die einen Kosten in Form von Integrationsproblemen und Schuldenbelastung sehen, begrüßen andere den Weg ins Ausland. Das Unternehmen verdanke seine guten Margen nicht zuletzt mehreren Akquisitionen in Europa und Nordamerika. Das Service-Netzwerk in Europa weise dagegen eine verhältnismäßig hohe Kostenbelastung auf.

Das stärkste Argument für die Aktie dürfte die Bewertung sein. Mit einem geschätzten KGV von sechs bis sieben ist Teleplan zur Zeit äußerst günstig. Entsprechend viele, nämlich die Hälfte der von Bloomberg befragten Analysten, empfehlen das Papier zum Kauf. Die Analysten von Helaba Trust beispielsweise loben die "moderate Bewertung sowie die solide Finanzstruktur".

So auch Felix Ellmann von SES Research, der den Wert als Outperformer einschätzt, ihm also eine bessere Entwicklung als dem Gesamtmarkt zutraut. Das angestrebte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 36 bis 40 Mill. Euro im laufenden Geschäftsjahr hält er für realistisch und dabei sogar Kurse bis zu 12 Euro für möglich - allerdings erst auf längere Sicht. Weiterer Pluspunkt: Der Vorstand ist mit dem Amtsantritt von Andre ten Bloemendal (38) in dieser Woche wieder komplett.

Quelle: Handelsblatt

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