Aktie unter der Lupe
Ungarische Bank OTP dominiert Mitteleuropa

Die ungarische OTP-Bank gehört zu den größten Finanzgruppen in der Region Mitteleuropa. Sie setzt auf Expansion. Analysten zählen ihre Aktien zu den Papieren mit der besten Liquidität.

HB BUDAPEST. Ungarns führende Finanzgruppe OTP hat unter den Analysten einen guten Ruf. Der Analyst Attila Vago von der Budapester Concorde Securities Rt bringt diese Wertschätzung auf den Punkt: "Die OTP-Aktie gehört zu den Wertpapieren mit der besten Liquidität." Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht diese Einschätzung: Im ersten Quartal 2002 stieg der Nettoertrag um 11,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 10,65 Milliarden Forint (nach aktuellem Kurs 42,53 Millionen Euro), die konsolidierte Bilanz um 11,3 % auf 2 164,18 Milliarden Forint.

Neben dem Retail-Banking betreibt die OTP, die zu den zehn größten Finanzgruppen in Mitteleuropa (Ungarn, Polen, Tschechien) gehört, auch Geschäftsbereiche wie Bausparen, Auto-Leasing und Wertpapierhandel. Ihre Spitzenposition zeigt sich allein schon am Marktanteil von 70 % bei der Bargeldaufnahme und den 2,7 Millionen von ihr verwalteten Girokonten.

Natürlich bekam auch die OTP die aktuellen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten und das Schwanken der Budapester Börse zu spüren. Waren ihre Papiere am vergangenen Freitag noch Gewinner der Woche mit einem Zuwachs von 16,9 % auf einen Kurs von 2 279 Forint je Aktie, ging es zu Beginn der Woche wieder abwärts. Nach leichter Erholung notierte OTP am Mittwoch mit 2 190,5 Forint je Aktie (plus 4,22 %). Im Verlauf des ersten Halbjahrs 2002 hatte der Wert des OTP-Titel insgesamt um 18,2 % zugelegt.

Attila Vago führt die Kursentwicklung der OTP auf internationale Faktoren wie das Misstrauen auf den amerikanischen Märkten und die Besorgnisse wegen der langsamen Entwicklung der Weltwirtschaft zurück. Auch ungarische Gründe wie die Verschlechterung der Zahlungsbilanz, das wachsende Defizit im Staatshaushalt und der Rückzug des internationalen Portfoliokapitals spiele nach Ansicht Vagos eine Rolle. Für das Jahresende erwartet er allerdings einen Kurs von 2 300 Forint.

Die OTP gehört zu den großen ungarischen Unternehmen und Finanzdienstleistern, die bemüht sind, in Mittel- und Südosteuropa zu regionalen Spielern aufzusteigen. So übernahm die Gruppe für den Kaufpreis von 700 Mill. Kronen 95,74 % der Slowakischen Entwicklungsbank IRB, die nun den Namen OTP Banka Slovensko trägt. Deren Grundkapital von gegenwärtig 1,44 Milliarden Kronen soll bis 2003 durch die ungarische Muttergesellschaft um eine weitere Millarde aufgestockt werden. Daneben werden auch Ziele in anderen südosteuropäischen Ländern angepeilt. So hat die OTP neben Bewerbern aus den USA und Frankreich ein Angebot zum Erwerb von 51,88 % des Aktienkapitals der rumänischen Banca Comerciala Romana vorlegt. Den Marktwert des Instituts schätzen Analysten auf gut 800 Millionen Dollar.

Die Nettogwinne der ungarischen Banken insgesamt stiegen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 50 %. Nach einem Zuwachs von 160 % in 2000 wurde damit der Einbruch durch die Russlandkrise der Jahre 1998 und 1999 endgültig ausgeglichen. Für 2002 wird mit einer weiteren Verbesserung gerechnet, wegen der allgemeinen konjunkturellen Lage allerdings nicht in dem Ausmaß der beiden Vorjahre.

Quelle: Handelsblatt

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