Aktie unter der Lupe
Viel Kritik und wenig Lob – Hornbach-Aktie leidet

Dem Einzelhandel geht es schlecht, der Baubranche geht es schlecht - kein Wunder also, dass auch Baumärkte schwer zu kämpfen haben. Darunter leiden auch die Aktien der Hornbach Holding AG.

FRANKFURT/M. In den vergangenen sechs Monaten hat das Papier fast 20 % auf rund 50 Euro verloren. Der absolute Tiefpunkt war im August erreicht, als Hornbach die Gewinnprognose für dieses Geschäftsjahr nach unten korrigierte. Die Hornbach-Aktie rutschte auf 42 Euro ab. Von diesem Sturz hat sich das Papier zwar etwas erholt, aber nach Meinung der Analysten wird es für die Hornbach-Aktie so schnell nicht wieder nach oben gehen.

Einige Experten bemängeln die Konzernstruktur, die auf den ersten Blick etwas kompliziert ist. Neben der Baumarktkette waltet die Hornbach Holding noch über die Gartencenter Lafiora Hornbach Florapark, Hornbach Immobilien sowie die Hornbach Baustoff Union. Börsennotiert sind die stimmrechtslosen Vorzugsaktien der Holding sowie die Aktien der Hornbach Baumarkt AG. Beide Titel sind Mitglieder des Kleinwerteindexes Smax. Weiterhin gibt es die nicht börsennotierten Stammaktien der Hornbach Baumarkt AG. 25 % plus eine Aktie dieser Papiere sind in Besitz der britischen Heimwerkerkette Kingfisher, den Rest hält die Familie Hornbach. Jochen Mathée, Fondsmanager bei Invesco und Spezialist für kleinere und mittlere Werte, übt Kritik daran: "Investoren fragen sich einfach, warum hat Hornbach diese Struktur?" Zudem gehe Hornbach nicht sehr aktiv auf Investoren zu.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs in London listen gleich drei Punkte auf, die Investoren von einer Anlage in Hornbach-Aktien abschrecken könnten: die geringe Liquidität der börsennotierten Aktien, die komplizierte Anteilseigner-Struktur sowie das Fehlen von Stimmrechten bei den Vorzugsaktien - ein Punkt, der vor allem bei angelsächsischen Investoren als Manko gilt. Eine Neuordnung der Struktur ist nach Meinung der Goldman-Analysten unwahrscheinlich. Denn der Sprecher der Hornbach-Familie, Otmar Hornbach, blockte bereits im Mai dieses Jahres Gerüchte über eine Übernahme durch Kingfisher und eine Neuordnung des Konzerns ab: "Niemand wird in den nächsten 25 Jahren eine Mehrheit an Hornbach erwerben."

Auch die äußeren Umstände sprechen nicht für einen baldigen Höhenflug der Hornbach-Aktie. Peter Wirth, Analyst bei West LB Panmure, lobt zwar die gute Positionierung von Hornbach durch die großflächigen Baumärkte und die erfolgreiche Expansion ins Ausland. "Aber der Preisdruck ist in dieser Branche sehr stark", sagt Wirth, der die Aktie auf "Underperform" (schlechtere Entwicklung als der Markt) einstuft.

Ähnlich sieht es Kay Strippel, der bei Independent Research die Aktie der Hornbach Holding analysiert. "Der harte Preiswettbewerb drückt bei Hornbach auf die Gewinnmargen", sagt er. Am Donnerstag stellt der Konzern die Halbjahreszahlen vor. Strippel erwartet ein Ergebnis, das unter dem des Vorjahres liegen wird. Das Umsatzwachstum im zweiten Quartal werde etwa auf dem Niveau des ersten Quartals liegen. "Allerdings verdankt Hornbach das Umsatzwachstum vor allem neuen Standorten und nicht dem organischen Wachstum", fügt er hinzu.

Wirth rät von einem Engagement in Hornbach-Aktien derzeit ab. "Bei der gegenwärtigen Marktsituation würde ich lieber auf Werte aus dem Dax setzen als auf Werte aus dem MDax oder Smax."

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