Aktie unter der Lupe: Viele Analysten erwarten Kursgewinn bei Intel

Aktie unter der Lupe
Viele Analysten erwarten Kursgewinn bei Intel

Für den Chiphersteller läuft es an den Börsen derzeit glänzend. Experten sind auch für die Zukunft zuversichtlich.

NEW YORK. Vorsichtige Töne bei Intel: Der weltgrößte Chiphersteller korrigierte Ende vergangener Woche seine Umsatzprognose für das laufende erste Jahresquartal leicht nach unten. Zwischen 6,6 und 6,8 Mrd. Dollar wollen die Kalifornier nun verdienen - bislang hatte die Geschäftsleitung nur mit bis zu sieben Mrd. Dollar gerechnet. Dagegen läuft es an den Börsen zurzeit glänzend für den Computerproduzenten: Seit Anfang des Jahres hat die Intel-Aktie rund acht Prozent zugelegt und ist damit der beste Wert unter den 30 im Dow-Jones notierten Titeln. Zudem sammelt das Unternehmen aktuell gute Bewertungen und Heraufstufungen von Analystenhäusern. Eine Reihe bedeutender US-Investmentbanken wie Lehman Brothers und Merrill Lynch erhöhte jüngst die Gewinnprognosen für mehrere Quartale sowie für die Geschäftsjahre 2003 und 2004. Analyst Mark Edelstone von Morgan Stanley ging noch einen Schritt weiter und stufte den gesamten Halbleitersektor von "durchschnittlich" auf "attraktiv" hoch.

Ein Grund für die zuversichtlichen Kommentare: Die Experten erwarten mit Spannung die Markteinführung von Intels neuer Laptop-Linie Centrino am kommenden Mittwoch (12. März). "Centrino bedient ausgezeichnet die Eigenschaften, die unserer Meinung nach entscheidend sind für tragbare Computer, nämlich eine längere Batteriezeit und eine größere drahtlose Verbindungsfähigkeit - beides echte Bedürfnisse", sagt John Barton vom Investmenthaus Wachovia Securities. "Und der mobile Bereich wird zunehmend wichtiger für das Wachstumspotenzial in einem ansonsten eher langsamen Markt."

Auch Joseph Osha von Merrill Lynch äußert sich optimistisch über die neue Linie: "Wir glauben, dass die neuen Notebooks gut aufgenommen werden." Analyst Barton bezeichnet das Produkt sogar als "eine der aufregendsten Neuheiten im PC-Bereich in diesem Jahr".

Daneben wirken die aktuell niedrigen Lagerbestände positiv auf die Branche. "Die Vorräte bei mehreren wichtigen Kunden haben unhaltbare Tiefstände erreicht", sagt Edelstone. "Während die Nachfrage beim Endverbraucher langsam zunimmt, erwarten wir einen neuen Zyklus, in dem die Hersteller ihre Lager wieder auffüllen werden. Das sollte einen Ertragszuwachs für den ganzen Sektor bewirken, und zwar sowohl für das zweite Halbjahr 2003 als auch für 2004." Allerdings könnte es noch einige Zeit dauern, bis sich die positiven Effekte zeigen. Analyst Barton etwa, dessen Aktienurteil zurzeit nur "marketperform" (durchschnittliche Marktentwicklung) lautet, rechnet "nicht mehr in der ersten Hälfte dieses Jahres" mit einer Belebung der Nachfrage oder einem verbesserten Preisumfeld. Statt dessen könnte Intel sich vorläufig sogar gezwungen sehen, die Preise in diesem Quartal noch einmal überdurchschnittlich zu senken, schätzt Lehman-Brothers-Analyst Daniel Niles.

Dennoch bewertet die Mehrzahl der amerikanischen Analysten die Aktie zurzeit positiv - auch deshalb, weil die Nachteile und Risiken des Werts ihrer Meinung nach inzwischen in den Kurs eingepreist worden sind. Von 29 Urteilen, welche die Nachrichtenagentur Bloomberg aktuell verzeichnet, raten 16 Häuser zum Kauf und zwölf zum Halten der Titel.

Die Kursziele vieler Banken zeigen ebenfalls, dass die Experten dem Chiphersteller Intel auf Zwölfmonatssicht große Wachstumschancen einräumen. Niles etwa erwartet binnen Jahresfrist eine Kurssteigerung auf 24 Dollar - im Vergleich zum aktuellen Niveau würde das eine Steigerung von mehr als 40 Prozent bedeuten. Mark Edelstone rechnet sogar damit, dass eine positive Entwicklung bei Intel und anderen Aktien des Sektors eine Signalwirkung auch für andere Branchen haben könnte. "Wir sind beeindruckt von der jüngsten Erholung bei den Halbleitertiteln und rechnen damit, dass jede bedeutsame Verbesserung des breiten Markts von diesem Sektor angeführt werden wird."

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