Aktie unter der Lupe
Vossloh läuft auf dem richtigen Gleis

Mit der Übernahme der Cogifer-Gruppe mausert sich die Vossloh AG zu einem Technologiekonzern im Bereich Verkehrstechnik. Analysten rechnen mit weiteren Zukäufen.

DÜSSELDORF. In frühen Börsenzeiten galten Eisenbahnbetreiber und-ausrüster als sexy Story schlechthin. Doch mittlerweile gelten Schienen und Weichen als grundsolide, aber Anleger können sich kaum dafür begeistern.

Dabei gibt es in dieser Branche hochprofitable Unternehmen - etwa die Vossloh AG. Das Management erfreute vor wenigen Tagen die Anteilseigner mit positiven Halbjahreszahlen. So stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 29 Prozent auf 22,2 Millionen Euro. Der Umsatz auf Pro-forma-Basis stieg auf 305,0 nach 286,2 Millionen Euro.

Eine genaue Angabe wird dem Vorstandsvorsitzenden Burkhard Schuchmann wohl erst zum Jahresende möglich sein - und auch das ist noch keine ausgemachte Sache. Denn Schuchmann baut den Konzern radikal um. Mit dem Verkauf der wenig rentablen Sparte Lichttechnik hat er vor wenigen Monaten die strategische Neuausrichtung auf die Verkehrstechnologie, die Stärke Vosslohs, eingeleitet.

Jetzt hat der Unternehmenschef das Tempo noch einmal verschärft und seine Aktionäre und die Börse Mitte Juli mit einem Coup überrascht: Der Konzern hat die französische Cogifer-Gruppe für 296 Millionen Euro komplett übernommen. Im Gegenzug trennt er sich für 140,5 Millionen Euro von der 45 %igen Beteiligung an der österreichischen VAE AG.

Nach Meinung von Analysten macht der Tausch der beiden Schienen- und Weichenproduzenten durchaus Sinn. Denn im Gegensatz zu VAE haben die Sauerländer bei Cogifer, die beispielsweise die Weichentechnologie für den Hochgeschwindigkeitszug TGV bauen, uneingeschränkt das Sagen. Zudem wird Vossloh durch Cogifer zu einem Systemanbieter für Schienentechnik. Dies könnte Vossloh in Zukunft zugute kommen. Denn auch wenn insgesamt die Schienen- und Zugtechnik auf Grund ihrer Langlebigkeit wenig Wachstum bietet - der Ersatzbedarf ist nach Ansicht von Hermann Reith von ING Financial Markets enorm hoch. So werden die Deutsche Bahn ebenso wie beispielsweise auch die britischen Bahngesellschaften in den kommenden Jahren Milliarden in ihre Schieneninfrastruktur investieren. Und auch das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz wird weiter ausgebaut.

Vossloh wird davon nach Ansicht von Roland Könen, Analyst beim Bankhaus Lampe, auf Grund seines technologischen Know- Hows profitieren. Er stuft die Aktie mit "Outperformer" ein. "Interessant wird aber sein, was in den nächsten Monaten passiert." Immerhin hat Schuchmann den Aktionären das Erreichen der Zwei-Milliarden-Umsatz-Grenze im Jahr 2004 in Aussicht gestellt. Bei einem geschätzten Umsatz von 700 Millionen im Jahr 2002 ist das ohne externes Wachstum, sprich Übernahmen, nicht zu schaffen. Vor einer Kapitalerhöhung und Aktien finanzierten Deals braucht den Anlegern nach Könens Meinung dabei nicht bange zu sein. "Der Kurs ist durch die Dividendenrendite und die Gewinnentwicklung der kommenden Jahre meiner Meinung nach deutlich abgesichert."

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