Aktie unter der Lupe
Wella will Aktionäre mit Wachstum ködern

Der Kosmetikkonzern Wella AG konnte trotz der Konjunturflaute im vergangenen Jahr deutlich zulegen. Mit einem Wachstum von 13 Prozent stellen die Darmstädter Haarspezialisten sogar den Branchenriesen L? Oreal in den Schatten. Analysten sehen für die Wella-Aktie weiterhin Aufwärtspotenzial.

HB/DÜSSELDORF. Die wehende Mähne des Wella-Logos rast seit März über die Formel-1-Rennstrecken. Seit dem Rennen im australischen Albert Park sponsert der Kosmetikkonzern den Rennstall von Toyota. Aber nicht nur in der Königsklasse der Motorsports will Wella ganz vorne mitfahren. Das Darmstädter Unternehmen hat den vorläufigen Geschäftszahlen zufolge kräftig zugelegt. Die endgültigen Zahlen werden am 9. April veröffentlicht.

Analysten sehen bei der Aktie noch Spielraum nach oben. Volker Hergert von der Bankgesellschaft Berlin rechnet mit einem Kurs der Wella-Vorzugsaktie von 63 Euro. Auch Sven Madsen, Analyst für Konsumgüter bei der BHF-Bank, hält das Wella-Papier für unterbewertet. Neben der Vorzugsaktie gibt der Haarpflegespezialist noch Stammaktien aus, die sind jedoch zu knapp 80 Prozent in Familienbesitz.

Wella-Aktionäre können sich dieses Jahr zudem noch über eine höherer Dividende freuen. Der Aufsichtsrat des Kosmetikkonzerns gab bekannt, dass er auf der Hauptversammlung im Mai eine Erhöhung der Dividende für Stammaktien auf 0,49 Euro und für Vorzugsaktien auf 0,51 Euro je Anteilsschein vorschlagen werde.

Firmenchef Heiner Gürtler steckt die Ziele hoch: Wella soll bis 2005 jährlich zweistellige Wachstumsraten erreichen. Schon 2001 konnte das Darmstädter Unternehmen einen um 13 Prozent höheren Umsatz von voraussichtlich 3,2 Mrd. Euro verbuchen. Damit hat Gürtler sein Wachstumsziel schon erreicht. Das will er jetzt auch halten.

Das operative Ergebnis habe sich nach Angaben von Wella überproportional verbessert. Konkrete Zahlen nannte Wella jedoch noch nicht. Den eingeschlagenen Wachstumskurs könne das Unternehmen trotz gesamtkonjunktureller Probleme weiter fortsetzen. "Die Branche ist relativ gut vorhersehbar und kaum von konjunkturellen Schwankungen betroffen", erklärt Sven Madsen. Er hält Gürtlers Wachstumsziel für realistisch. Zwar wächst die Branche mit nur sechs Prozent, doch Markenführer wie Wella hätten immer die Möglichkeit, anderen Marktteilnehmern Anteile weg zu nehmen. Auch Konkurrent L?Oreal wuchs im vergangenen Jahr mit acht Prozent stärker als der Marktdurchschnitt. "Da Wella ein gutes Produkt-Portfolio besitzt, ist ein Wachstum von 13 Prozent ein erreichbares Ziel", lautet die Einschätzung von Konsumgüter-Experte Madsen.

Das Umsatzwachstum aus 2001 beruht zu 40 Prozent auf Akquisitionen. Vor wenigen Wochen erst kaufte Wella die Parfumsparte des Luxus-Mode-Konzerns Escada. "Ein zweistelliges Wachstum zu erzielen ist wahrscheinlich, wenn Wella weitere Akquisitionen tätigt," schätzt Volker Hergert, Konsumgüteranalyst bei der Bankgesellschaft Berlin. "Vor allem im Retail-Bereich machen Übernahmen Sinn, denn hier ist Wella noch ein Nachzügler", sagt Hergert. Vor über einem Jahr teilte Konzernchef Gürtler das Unternehmen in drei Geschäftsbereiche: Retail (Endkundengeschäft), Friseur und Duft/Kosmetik. Bisher habe Wella nur beim Friseurgeschäft eine kritische Größe erreicht, meint Konsumgüterexperte Hergert. Der Ausbau der Endverbraucher-Sparte sei daher empfehlenswert, sagt Hergert. "Im Friseurgeschäft ist Wella schon sehr erfolgreich und in Europa nicht angreifbar."

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