Aktie unter der Lupe
Yahoo-Aktionäre haben nicht viel zu jubeln

Zwar steckt beim Internetdienstleister Yahoo der Jubel schon im Namen - doch übermäßigen Grund zur Freude gab es für die Anleger bei der Bilanzveröffentlichung in der vergangenen Woche nicht.

NEW YORK. Pro Aktie verbuchte Yahoo einen Nettoverlust von 9 US-Cents und blieb damit das sechste Quartal in Folge im Minus. Immerhin traf das Unternehmen die Durchschnittsschätzungen der von Thomson Financial/First Call befragten Analysten: Der operative Gewinn vor Sonderposten lag bei 2 Cents je Aktie.

Im noch immer problematischen Online-Sektor steht der Internetdienstleister nicht allzu schlecht da. Zuversichtlich hat der Vorstand die Ergebnisschätzung für das laufende Jahr erhöht. Die Strategie der Kalifornier scheint sich auszuzahlen: Seit einiger Zeit baut sich das Unternehmen mit einer Reihe von Kooperationen und Zusatzdiensten ein zweites Standbein neben den Werbeeinnahmen auf. Dazu zählen der Kauf der Online-Stellenbörse Hot Jobs und eine Zusammenarbeit mit dem Medienunternehmen Fox Entertainment in der Werbung und Marktforschung.

Erst vor ein paar Tagen kündigte Yahoo zudem an, einen gebührenpflichtigen Online-Spieleservice einzurichten. Und auch für ehemals kostenlose Funktionen wie das Umleiten eigener E-Mails sollen die Nutzer künftig zahlen.

Analysten bewerten die Entwicklungen positiv. Anthony Noto von Goldman Sachs spricht von "den strategisch richtigen Schritten". Morgan-Stanley-Strategin Mary Meeker glaubt, dass der Markt bisher weder die Breite und Tiefe des Angebots von Yahoo würdigt, noch die Fähigkeit des Unternehmens, diese Vorteile Gewinn bringend einzusetzen. Die Kooperation mit der Fox Entertainment Group sei der größte Werbevertrag, den Fox je mit einem Internetanbieter unterzeichnet habe. "Wir erwarten weitere solcher Deals in der Zukunft, weil die Yahoo-Datenbank und ihr Kundenstamm so umfangreich sind und weiter wachsen", sagt die Analystin, die jedoch wegen ihrer allzu optimistischen Einschätzung des Internetbooms in die Kritik geraten ist.

Mit der Neuausrichtung will Yahoo weniger abhängig von Werbeeinnahme werden. Analysten von Bear Stearns erwarten, dass diese im laufenden Jahr nur noch zwei Drittel des Umsatzes ausmachen nach drei Vierteln im vergangenen Jahr. 2003 könnte der Anteil dann auf 54 % zurückgehen, schätzt Meeker. Zieht der gebeutelte Internet-Werbemarkt später im Jahr wieder an, sieht Safa Rashtchy von U.S. Bancorp Piper Jaffray für das Unternehmen gute Aussichten: "Yahoo kann gleich zweimal profitieren - im Moment helfen die Einnahmen aus anderen Bereichen weiter, und wenn sich der Anzeigenmarkt erholt, kann der Kurs weiter anziehen."

Doch nicht alle Wertpapierexperten sind so optimistch. Die Nachrichtenagentur Bloomberg verzeichnet 13 Kaufempfehlungen für die Yahoo-Aktie, zwei Verkaufsurteile und zehnmal die Empfehlung "Halten". Ein Minus könnte der Preis der Aktie sein. Auch wenn der Kurs in den vergangenen Tagen fiel, liegt er mit 15,72 $ noch fast doppelt so hoch wie zu Tiefstandzeiten Ende September, und nur knapp ein Drittel unter der Jahreshöchstmarke vom vergangenen Mai.

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