Aktie unter der Lupe
Zapf Creation entpuppt sich als attraktiv

Mit Puppen und Zubehör macht der Spielzeughersteller Zapf Creation gute Geschäfte. Wegen des stetigen Wachstums und der günstigen Bewertung gilt das Papier bei Analysten als günstig. Die Konjunkturflaute könnte sich allerdings besonders auf das wichtige Deutschland-Geschäft auswirken.

HB FRANKFURT/M. Rosa Rüschen, rosa Lätzchen, rosa Staubsauger, rosa Puppenwagen - und mittendrin eine Puppe, die aussieht wie ein Baby und wie ein Baby Tränen vergießt, lacht und die auch mal in die Windeln macht. So kitschig diese Welt anmutet, so nüchtern ist die Bezeichnung für die kleinen Figuren: Funktionspuppen. Mit ihnen und ihrem Zubehör macht Zapf Creation gute Geschäfte.

Der Kurs der Aktie, die seit Dezember vorigen Jahres im MDax gelistet ist, hat in der jüngsten Zeit gelitten: Innerhalb von zwölf Monaten rutschte das Papier um mehr als 20 % auf derzeit rund 23 Euro. Und vom einstigen Höchststand bei 77 Euro ist das Papier Welten entfernt. Aber die Analysten sind sich einig: Die Puppenaktie hat Zukunft, gerade weil sie in der Vergangenheit so gebeutelt wurde. "Von allen Konsumwerten ist Zapf Creation der rentabelste an der Deutschen Börse", lobt Ernst Scheerer, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Ein Problem in der Vergangenheit: das Unternehmen lag bei seinen Gewinnprognosen des öfteren daneben. "Die Erwartungen der Investoren wurden enttäuscht und so ging das Vertrauen verloren", stellt ein Analyst fest. Der Puppenbauer habe allerdings aus den Fehlern gelernt, sagt Michael Heider, Analyst bei der Berenberg Bank. "Zapf Creation hat vor allem deshalb die Prognose verfehlt, weil die Nachbestellungen der Händler kurz vor Weihnachten geringer waren als man erwartet hatte", erläutert Heider. Dieses Jahr wolle Zapf Creation bei den Schätzungen diese Nachbestellungen ganz ausklammern. "Die Prognosen sollten daher realistischer werden" fügt er hinzu. Für die weitere positive Entwicklung der Gesellschaft am Kapitalmarkt sei es "unabdingbar wichtig", die Vorgaben in diesem Jahr zu erreichen, schreiben die Analysten des Bankhauses Lampe.

Für dieses Jahr hat Zapf einen Zuwachs des Vorsteuerergebnisses (Ebit) von rund 15 % angepeilt. Analyst Heider ist der Meinung, dass Zapf diese Prognose auch erfüllen kann. Die Halbjahresergebnisse am Donnerstag sollen Aufschluss darüber geben, ob das Unternehmen aus dem bayrischen Rödental das schaffen kann oder nicht. Zapf Creation rechnet damit, dass im ersten Halbjahr bereits 28 % des geplanten Jahresumsatzes erreicht wurde. Das Hauptgeschäft macht das Unternehmen erfahrungsgemäß im zweiten Halbjahr mit dem Weihnachtsverkauf.

Zudem gilt das Papier - gerade wegen des jüngsten Abwärtstrends - als Schnäppchen. "Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses Jahr von geschätzten neun und einem geschätzten Gewinn pro Aktie von rund 2,40 Euro, ist die Zapf-Aktie sehr günstig - vor allem bei dem Wachstum", sagt Ernst Scheerer. Er schätzt, dass Zapf in den nächsten drei bis vier Jahren ein jährliches Gewinnwachstum von 15 % erreichen kann.

Zapf konnte in der Vergangenheit vor allem durch die Expansion ins Ausland wachsen. In den USA, Großbritannien und auch Australien sind die Funktionspuppen "Baby Born" ein Verkaufsschlager - wie auch in Deutschland. Besonders in den USA will Zapf weiter wachsen, auch Frankreich soll verstärkt in Angriff genommen werden. "Bei den kleinen Mädchen sind die Puppen Kultobjekte und dafür kann man schon höhere Preise verklangen", meint Scheerer.

Vor einem Problem sei allerdings auch der Konsumwert Zapf nicht gefeit, sagt Berenberg-Analyst Heider. "Der Konjunkturflaute hier zu Lande kann sich auch Zapf Creation nicht entziehen. Und der wichtigste Markt für Zapf Creation ist immer noch Deutschland."

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