Aktie unter Druck
Metro steigert Ergebnis im Halbjahr zweistellig

Deutschlands größter Einzelhandelskonzern konnte zudem den Auslandsanteil am Umsatz ausbauen.

Reuters DÜSSELDORF. Der größte deutsche Einzelhandelskonzern, die Düsseldorfer Metro AG, hat im ersten Halbjahr 2000 durch kräftiges Wachstum im Ausland ihr Ergebnis zweistellig gesteigert und erwartet für 2000 ein Umsatzplus von sieben Prozent auf über 91 Milliarden DM. Das Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft habe sich im ersten Halbjahr um 10,4 Prozent auf 138 (124,6) Millionen DM verbessert, teilte die Metro am Donnerstag mit.

Ergebnis am unteren Ende der Erwartungen

Analysten hatten ein Ergebnis zwischen 136 Millionen DM und 283 Millionen DM prognostiziert. Innerhalb der erwarteten Bandbreite liegen die Nettoumsätze, die um 8,4 Prozent auf 42,71 (39,39) Milliarden DM stiegen.



Durch die Internationalisierung sei der Auslandsanteil am Umsatz auf 40,3 (37,2) Prozent ausgebaut worden.



An der Börse fiel der Metro-Kurs zeitweise um über vier Prozent. "Wir sind mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr sehr zufrieden", erklärte Metro-Chef Hans Joachim Körber. Auch im zweiten Halbjahr werde sich die gute Entwicklung fortsetzen.

Jahresergebnis durch Allkauf und Kriegbaum belastet

Die Abholmärkte und die Elektronikkette würden sich weiter positiv entwickeln. Allerdings würde das Jahresergebnis bei den SB-Warenhäusern durch die Umstellung bei Allkauf und Kriegbaum auf das Real-Konzept sowie die Internationalisierung belastet. Die Baumärkte und die Verbrauchermärkte würden durch Umstrukturierungen ein leicht unter dem Vorjahr liegendes Ergebnis erzielen. Für die Warenhäuser werde trotz hoher Investitionen ein stabiler Ergebnisbeitrag erwartet.

Analysten insgesamt zufrieden

Analysten zeigten sich zufrieden, auch wenn die Ergebnisse am unteren Ende der geschätzten Bandbreiten lägen. Wie es nach einer Analystenkonferenz hieß, erwarte die Metro beim gewöhnlichen Geschäft im gesamten Geschäftsjahr 2000 beim Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft ein Plus von mehr als zehn Prozent gegenüber 1999. Trotz der Verluste bei Real und in den weiter schwächelnden Baumärkten bestehe aber kein Grund, diese Sparten jetzt abzustoßen. "Die eingetretenen Verluste erklären sich durch den Umbau", stellten WestLB-Analystin Jadwiga Bobrowska und Konrad Becker vom Münchner Bankhaus Merck & Fink fest. Beide wollten nun abwarten, ob die Metro ihre für 2003 angepeilten Renditeziele ereiche. Dann sei die Zeit reif für eine Entscheidung.

Anlaufverluste im internationalen Einzelhandelsgeschäft

Die Internationalisierung des Einzelhandelsgeschäfts habe im ersten Halbjahr zu "planmäßigen" Anlaufverlusten in Höhe von 142 (108) Millionen DM geführt, heißt es im Zwischenbericht weiter. Ohne diesen Effekt hätte sich das Ergebns der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 20,2 Prozent auf 280 Millionen DM verbessert.



Die Metro, nun in zwanzig Staaten präsent, steigerte den Umsatz um 17,5 Prozent auf 17,20 (14,63) Milliarden DM. Stärkster Umsatzträger bleiben die 345 Abholmärkte, die in 19 Staaten ihren Umsatz um 10,1 Prozent auf 19,10 (17,35) Milliarden DM verbesserten. Das Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft dieser Sparte sei um 15,4 Prozent auf 510 (442) Millionen DM gestiegen.



Dagegen verbuchte der Lebensmitteleinzelhandel einen Verlust von 76 (minus 139) Millionen DM. Im Non-Food-Bereich mit der 284 Geschäfte zählenden Elektronikkette Media Saturn und den Praktiker-Baumärkten sank das Ergebnis auf 177 (211) Millionen DM, da die Baumärkte einen Verlust von neun (Gewinn 44) Millionen DM auswiesen. Der Beitrag der Kaufhof-Warenhäuser, deren Geschäft im ersten Halbjahr traditionell schwächer läuft, war mit minus 55 (minus 61) Millionen DM negativ.



Die 283 SB-Warenhäuser legten zwar beim Umsatz um 1,3 Prozent auf 7,59 (7,49) Milliarden zu, beim Ergebnis aus dem gewöhnlichen Geschäft ergab sich jedoch ein Fehlbetrag von 36 Millionen DM. Die Metro begründete auch diese Entwicklung mit den von 63 Millionen DM auf 79 Millionen gestiegenen Anlaufverlusten aus der Internationalisierung. In Deutschland sei das Ergebnis auf 43 (21) Millionen DM gefallen.



An der Börse fiel der Kurs der Metro-Aktie zeitweise um über vier Prozent. Gegen Mittag notierte das Papier bei einem insgesamt freundlichen Markt um 3,84 Prozent niedriger bei 42,80 Euro.

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